LIBRARY OF THE /vV FOR THE -. ^ PEOPLE ^ ■«5^ FOR ^ ^ EDVCATION O ^ FOR ■' O, SCIENCE ^ V S e r I e M t e • von der » Königlichem aftatomischen Anstalt "^',2 11 Königsberg. Neunter Bericht von Heinrich Ratliilce, Professor der Zoologie und Anatomie, Mit einem Beitrage zur vergleichenden Anatomie des Affen. von Ernst Burdachy P r o 8 c c 1 r. ^ Königsberg, 1838. In Commission bei den GebrUdeirn Bornträger. no.f -*■» . ■* ^ 230314 B e r i c li t. Wie früher j wurde auch seit der Zeit, da der letzte Bericht der anatomischen Anstalt ge- geben worden war (im Juni 1835} j in dieser alljährlich ein vollständiger Cursus der mensch- lichen Anatomie vorgetragen. Im Sommerse- mester wurden Osteologie und Syndesmologie von Herrn Prosektor E. Burdach, im Winter- semester Myologie und Neurologie von eben demselben , Splanclinologie und Angiologie aber von mir gelehrt. Vorlesungen über allgemeine Anatomie hielt jährlich Herr Professor C. F. Burdach. Ausserdem trug ich mit Benntzuno* der Sammlungen der Anstalt zweimal verglei- chende Anatomie, wie auch Entwickelungsge- schichte des Menschen und der Thierc vor, der Prosektor aber im Sommer neben einigen chi- rurgischen Disciplinen die pathologische Ana- tomie. Die Secirübungen an menschlichen Lei- chen leitete während eines jeden Wintersemes- ters der Prosektor 5 zootomische Uebungen wur- den unter meiner Anleitung regelmässig sowohl im Sommer, als auch im Winter angestellt. IV An den anthropotomischen Uebun;^en nah- men Theil: im Winter 18^5/3^ 20 Präparanten f unter denen 10 Repetenten waren), im Winter 18^V37 31 (10 Repetenten) und im Winter IS^Vas 32 (13 Repetenten). Leichname wurden an die Anstalt geliefert: im Jahr 1835 — 36 aus dem städtschen Krankenhause 8, aus dem Arbeits- hause 85 aus dem Kreislazareth 5, aus dem medizinischen Klinikum 3, aus dem Löbenicht- schen Hospital 3, und überdiess wurden ihr von den gerichtlichen Behörden überwiesen 36 , also in Summa 63 I^eichen. Im Jahr 1836 — 37 er- hielt die Anstalt aus dem städtschen Kranken- hause 14, aus dem Arbeitshause ^, aus dem Kreislazarethe 6, aus dem medizinischen Klini- kum 2, von den Polizei- und Justizbehörden ftoj in 8umma 51 Leichen. ^Im Jahr 1837 — 38 aus dem städtschen Krankenhause 24, aus dem Arbeitshause 7, aus dem medizinischen Klini- kum 2, aus dem Löbenichtschen Hospitale 1, von Polizei^ und Justizbehörden 29, in Summa 63. Von denjenigen Leichen jedoch, welche der Anstalt durch die Polizei- und Justizbehörden über\viesen worden waren, konnten viele, weil entweder Angehörige sich meldeten und ihre Auslieferung verlangten, oder in ihnen die Fäulniss zu weit vorgeschritten war, nicht zu anatomischen Arbeiten benutzt weiden: andere inussten zu chirurgischen Operations - Uebun^en abgegeben werden. Was die Präparaten -Sammlungen der An- stalt anbelangt, so besassen dieselben im Jahre 1835 im Ganzen 2487 Nummern, und zwar die für normale menschliche Anatomie 992, für pa- thologische Anatomie 573 und für vergleichende Anatomie 922. — Zugekommen sind bis Ostern 1838 die nachbenannten 146 Präparate, so dass jetzt die anatomische Sammlung im Ganzen 2633 Nummern zählt, und zwar für normale menschliche Anatomie 1011, für pathologische Anatomie 605 und für Zootomie 1017. I. Vom normalen menschlichen Körper. 1, Ein Theil des llumpfes und Kopfes mit den Verzweigungen der Carotis und A. mammaria interna. Getrocknetes Injec- tionspräparat. 2, A. und V. umbilicalis nebst Aorta und V. Cava, Leber, Nieren und Harnblase von einem Neugebornen. Getrocknetes Injec- tions[)räparat. 3, Schwangerer menschlicher Uterus mit Ar- terien und Venen. Getrocknetes Injections- präparat. VI 4. Die Venen des Kopfes und Rumpfes , vor- zugsweise die der Wirbelsäule. Getrock- netes Injectionspräpiirat. 5. Senkrechter Durchschnitt des Schädels mit A. vertebralis und Carotis facialis und cerebralis. Getrocknetes Injectionspräparat. 6. A. carotis und subclavia mit ihren Ver- zweigungen an Hals, Brust und Oberarm. Getrocknetes Injectionspräparat. 7. Das 7te Hirnnervenpaar. In Spiritus. 85 9 u. 10. Drei Präparate vom Ober- und Unterkiefer aus der Periode des Zahn- wechsels, mit aufgebrochenem Canalis al- veolaris und sichtbaren Milch- und bleiben- den Zähnen. 11. Senkrechter Ausschnitt eines männlichen Kopfes zur Demonstration— des innern Baues der Nase. In Spiritus. 12. Horizontaler Ausschnitt eines männlichen Kopfes zur Demonstration des inneren Baues der Nase. In Spiritus. 13. Halswirbel und durchschnittener Kopf mit Muskeln zur Demonstration der Ai'ticula- tion des Kopfes. 14. Normales menschliches Ei von der vierten Woche. Von Herrn Dr. Reichel ge- schenkt. VII 15. Normaler menschlicher Embryo mit Eihäu- ten aus dem fünften Monate. Von Herrn Dr. Hirsch geschenkt. 16. Schädel eines Russen.l Vom Direktor ffe- 17. Schädel eines Letten.! schenkt. 18. Normaler, schöngeformter männlicher Schädel» 19. Männlicher Schädel mit starkhervorstehen- dem Hinterhauptsbeine. NB. Die zur Ergänzung der durch den Gebrauch verdorbenen Prii parate gelieferten Arbeiten sind hier nicht mit angeführt. No. 1 — 13 sind von dem Prosektor, No. 18 u. 19 von dem Anatomiediener angefertigt. IL Abnorme Bildung von Menschen und Thieren. 1. Herz mit sehr weit offenstehendem Ductus arteriosus aus einem kurz nach der Ge- burt verstorbenen, durch Herrn Professor Dr. Heyn der Anstalt überwiesenen Kinde. Getrocknetes Injectionspräparat. 2. Ein Cor villosum. In Spiritus. 3. Herz mit sehr grosser Valvula Eustachii. In Spiritus. 4. Herz mit abnormer Vertheilung der Ge- fässstämme. In Spiritus. VIII 6. Magen mit Fungositäten , localer Erwei- chung und Durchlöcherung 5 unvollkommen injicirt. In Spiritus. 6. Verengter und sonst krankhafter Mast- darm. In Spiritus. 7. Oberarm eines Mannes m t einem pilzför- migen Knochenauswuchse , welcher sich mit einer Synovialkapsel umgeben in dem M. deltoideus befand. 8. Kniescheibe mit geheiltem Querbruche. 9. Weiblicher Oberschenkel mit schuppen- förmigen Exostosen. 10. Oberschenkel mit Caries. 11. Tibia mit Caries. 12. Fibula mit Caries. 13. Clavicula mit geheiltem Bruche und wu- cherndem Callus. „_ ^ _ 14. Tibia mit schiefgeheiltera Bruche. 15. Weiblicher Aito mit sehr verkürztem und verkrüppeltem Vorderarme. 16. An dem hinteren Bogen nicht geschlosse- ner Atlas von einem Manne. 17. Doppelherz und Luftröhren mit Nerven und Muskeln von einem zweiköpfigen Fül- len. In Spiritus. ^ 18. Brust- und Hals -Wirbel mit Rückenmark f von demselben, lu Spiritus. '*?^ ** IX 19. Eine Schlinge vom Dünndarm eingeklemmt, in einem Loche des Mesenteriums. Von Herrn Dr. Graf geschenkt. 20. Fungositäten des Magens \ y^^ Herrn 21. Scirrhositäten des Magens! Professor Dr. und der Speiseröhre '^chenlft!' 22. Blasenmole J 23. Fungus medallaris am Colon einer Frau. Vom Herrn Medizinalrath v. Treyden geschenkt. 24. Kalbsschädel mit Verkümmerung der linken Orbita. 25. Doppel missgeburt vom Schaafe. Vom Herrn Prediger Löffler geschenkt. 26. Dergl. Vom Hrn. Dr. Schaper geschenkt. 27. Dergl. Angekauft. 28. Cyclopische Lammsmissgeburt. 29. Rudiment vom Schädel des kopflosen Lhiu- mes , welches vom Herrn Dr. Vogelgesang besclu'ieben worden ist. 30. Humpf von demselben. 31. Men«chlicher Hemicephalus. Vom Herrn Dr. Schaper geschenkt. 32. Menschlicher Embryo mit Wolfsrachen und Verunstaltung der obem Extremitäten. Vom Herrn Dr. Koch geschenkt. No. I — 19 sind von dem Piosektor praparirt, und grösstenthcils den zit den Secirübungen gestellten Leichnamen entnommen. III. Von Normalen Thierkörpern. 1. Skelet von Ursus Arctos. 2. ?? ?? ., maritimus. 3. 5? ?? Viverra Genetta. 4. 5? ?? Hyaena striata. 5. ?? ?? einem grossen Jagdhunde. 6. J? ?5 Dasypus Peba. 7. ?? 9? Mcles Taxus. 8. • ;? ?? Simia Morraon. 9. 5? ?? „ cynocephala. 10. 7? 5? Hapale Jacchus. 11. ?? 9J Tamias striata. 12. ?? 7? Pteropus marginatus. 13. ?? ?? Haliaeus Carbo. 14. 5? 55 Ära (Psittacus) Ararauna. 15. 5? 5? Picus martius. 16. ?? ?5 ProcellariÄ capensis. 17. 93 55 Python Tigris. 18. ?? 55 Pipa verrucosa. 19. ?? 5? Tetrodon .... 20. Schädel von Antilope lunata mas. 21. ?? ^ , 55 55 fem. 22. ?? , Cervus Dama fem. 23. ?) . y ,5 Axis fem. 24. ?9 j Phoca cristata. 25. 5? ., , Struthio Rhea. 26. ?> ^ , Phoenicopterus ruber. XI 27. Schädel von Ramphastos 28. „ 55 Xiphias gladius. 29. Schädel mit seinen Muskeln von Ilyaena striata in Wachs boussirt. 30. Becken von Halichorus (Phoca) griseus. 31. Muskeln der vordem und hintern Extre- mität von Simia Cynomol;2;os (;2:etrocknetJ. 32. Knochen und Bänder der vordem und hin- tern Extremität von Simia Sylvanus (in Spiritus). 33. Muskeln des Afters und der männlichen Geschlechtstheile von demselben (in Spi- ritus}. 34. Muskeln des Flügels und Beines von Strix Bubo (getrocknet). 35. Muskeln und Nerven der vordem Extre- mität von Chelonia 3Iydas (in Spiritus). 36. Muskeln und Nerven der hintern Extre- mität von demselben (in Spiritus). 37. (jehirn derselben (in Spiritus). 38. ,5 von Simia Mormon (in Spiritus). 39. Auge von Bos Urus (in Spiritus). 40. ,j „ Meles Taxus (in Spiritus). 41. ,j ,, Halychorus griseus (in Spiritus). 42. 5, ,, Strix Bubo (in Spiritus). 43. Knochenkapsel aus der Sklerotika von Xiphias Gladius. XII 44. Kopf mit aiispraparirten Speicheldrüsen und Zun^enmuskeln von Picus martius fin SpiritusJ. 45. Ein gleiches Präparat von Yunx torquilla fin Spiritus}. 46. Verdauungswerkzeuge von Dasypus Peba (in Spiritus). 47. Verdauungswerkzeuge von Hapale Jac- chus (in Spiritus). 48. Verdauungswerkzeuge von Simia capucina (in Spiritus). 49. Verdauungswerkzeuge von Crocodilus pal- pebrosus (in Spii-itus). 50. Verdauungswerkzeuge von Chelonia My- das (in Spiritus). 51. Verdauungswerkzeuge von Pipa verrucosa (in Spiritus). 52. Verdauungswerkzeuge von Cyclopterus Lunipus (in Spiritus). 53. Verdauungswerkzeuge von Echeneis Re- mora (in Spiritus). 54. Magen von Halichoerus griseus (ge- trocknet). 55. Blinddarm von Tamias striata (in Spiritus). 56. Speiseröhre und Magen von Haliaeus Carbo (injicirt und getrocknet.) Xlli 57. Athmungrswerkzeu^e, Zunge und Herz von Siraia capucina (in SpiritusJ. 58. Athmungswerkzeuge, Zunge und Herz von Simia cynomolgus (in SpiritusJ. 59. Athraungswerkzeuge, Zunge und Herz von Hapale Jacchus (in SpiritusJ. 60. Athmungswerkzeuge, Zunge und Herz von Dusypus Peba (in 8piritusJ. 61. Athmungs Werkzeuge, Zunge und Hei-z von Crocodilus palpebrosus (in Spiritus). 62. Athmungswerkzeuge von Pipa verrucosa (in Spiritus). 63. Athmungswerkeuge von ('helonia My das (in Spiritus). 64. Athmungswerkzeuge von Emys europaea (in Spiritus). 65. Kehlkopf von Bos ürus (in Spiritus). 66. „ 55 Ursus Arctos (in Spiritus). 67. ,5 5, Simia cynocephala (in Spirit.) 68. Kehlkopf und Luftröhre von Hyaena striata (in Spiritus). 69. Kehlkopf und Luftröhre von Halichoerus griseus (in Spiritus). 70. Kehlkopf und Luftröhre von Ciconia alba (getrocknet). 71 . Kehlkopf und Luftröhre von Haliaeus Carho (getrocknet). XIV 7'Z. Weibliche Geschlechtswerkzeuge von Da- sypus Peba (in^Spiritus}. 73. Weibliche Geschlechts Werkzeuge von Eri- naceus europaeus (in SpiritusJ. 74. Ruthenknochen von Halichoerus griseus. 75. Herz mit den Gefässstämmen von Lepus ti- midus (injicirt und getrocknetj. 76. Herz mit den Gefässstämmen von Strix Bubo (injicirt und getrocknet}. 77. Herz mit den Gefässstämmen von Haliacus Carbo (injicirt und getrocknet). 78. Herz mit den Gefässstämmen von Chelonia Mydas (injicirt in Spiritus). 79. Nerven und Arterienpräparat von Simia Sylvanus (in Spiritus). 80. Arterien des Rumpfes und Kopfes von demselben 81. Venen des Kopfes V. einem Pferdefötus. Strix Bubo. 82. ?? 5? ?? ?J 83. ?? ?? J? jy 84. 5i ?5 5? ?? 85. 55 ?7 35 ?? Picus martiu£U arc- ( I „ major. \^ Colymbus arc- ( '^ ticus. 86. 55 55 55 55 Colymbus gla- ;§ Cialis. 87. 5, 55 55 55 Colubcr Na- trix. XV 88. Venen des Kopfes von Gadus Calla- ^ rias. 89. Venen des Kopfes und Rumpfes von Perca fluviatilis. a 90. Venen des Kopfes und Rumpfes von o Mus decumanus. l g^ 91. Venen des Rumpfes von einem Pferde- / 'g fotus. ' -» v-r 1 ^ 92. Venen des Rumpfes von Canis farai- 1 5 liarls. ■ '^ 93. Hintere Hohlader und Pfortader von Strix Bubo. 94. Moschusdrüsen von Crocodiluspalpebrosus. 95. Schwanzdrüsen von Coluber Natrix. Die Präparate No. 31 — 35, 55 , 62, 66, 70, 74, 76, 77, 81 , 91 und 92 sind von dem Prosek- tor, die übrigen Präparate weicher Gebilde zum Theil von mir, zum Theil bei den zootomisclicn Uebungen von Studirenden angefertigt worden. Die Skelette No. 2, 3, 12 und 17 hat der Conser- vator des zoologischen Museums, die übrigen der Anatomiediener angefertigt« Unter den Herren, welche der Anstalt Ge- schenke gemacht haben, verdient besonders Prof. Dr. Hayn dafür Dank, dass er derselben ei- nige in der unter seiner Leitung stehenden Ent- XVI binduDgsanstalt verstorbene ueugebome Kinder überlassen hat. Die Bibliothek der anatom. Anstalt hat stelt 1835 5 ausser den Fortsetzungen der in ihr schon vorhandenen grössern Werke, einen Zuwachs von 151 Werken erhalten, und besitzt gegen- wärtig deren im Ganzen 1708, Was endlich die Bestrebungen anbelangt, mit Hülfe der in der Anstalt vorhandenen Mittel den Wissenschaften durch neue Schriften forderlich zu sein, so erschien seit dem letzten Berichte von mir: eine Abhandlung über den Bau und die Entwickelung des Venensystems der Wir- belthiere (als Beigabe zu dem dritten Jah- resberichte über das naturwissenschaftliche Seminar zu Königsberg) j vom Prosektor: Beitrag zur mikroskopischen Anatomie der Nerven^ Königsberg 1837 bei Bomtäger. vom Dr. Vogelgesang: Dissertatio de perocc-' phalo aprosopo foetus ovini. Königsberg im Juni 1838. H. Rathke. ■ ij'tH. • sr. 'V •• t:>?' ..•J i?s«&' -a^T(;?i^t ■'t«S^ .^v ! ^ ^«* «s^l^ 1- -ai*i> f.» ii; .ri , 4-- ;* ^#ii fe^^? .- - . t- '• 1' • -fi, V '•'if -' i.;.w.-v y *j. •• ** "v iTj^4S'^^■■•. .,f^.- \^.'/ ;-^ Beitrag i ' ZW vergleichenden Anatomie der AflTcn. Dasi die AehnUcfakeH ^es innettk^mni. äussern Baues der Affen mit dem des Menschen lange Zeit bedeu« tend überschätxt worden ist, haben T/so|i und Camper Kuerst dargethan, und alle folgenden Untersuchungen immer inehr uiid4||tehr iiift^;Xieht -^fcpiiollt»' Wiev^ief mtOi-^tiißT auch dem Alfen von :der ihm früher beige- legten Mensehenähnlichkeit bereits entrissen hat, und noeh entreissen nt^gOy gefi4sr#irft er immer nächst dem. Menschen die erste Stufe in der Reihe der iChierwelt behaupten. Wenn es nun, wie dies in UAserii Tagen so sehr Anerkannt wird, höchst intcr- easftnt ist, flen Ursprängen aller organischen BiU dung<4A der Entwicklung des IndiyMVmntff oder der ga«<;Kesi Thierreihe nachsuspören; so ist es gewiss auch ^ittebt minder interessant^ den morphologischen Bau del> aM|>i'iiöchsten orgfinisirten Tln'erklasse zu untei'suDhei}:^,t>4eNHl dadurch zugleich die Grunde zwi- schen «dfiiF rein -^»üiiA^hen und der -menscbiichen i ^ 2 — BiMung näher ins Aii^e 7:11 fassen. Hiernach muss es uns wohl auifallend sein, dass bis jetzt noch keine vollständige Bearbeitunf^ der vergleichenden Anato- mie des Affen erschienen ist, während wir doch der- gleichen nicht nur von anderen Säugethieren , son- dern auch von vielen, weit (iledriger organisirten Thieren besitzen. So s^hät9(CiB8werth auoh die Ar- beiteA üter den AJEeavoYi Tj^son, Camper , Josephi, Vicq d'Axyr, I-udwig, Kühl, Fischer, Meckcl, Tiede- inann, Cuvier u. a. jn«»«»ind, immer J^leiben «ie noch ungenügend, dfi sie theils dos Ganze nur ober- flächlich behandeln, thcils nur ein besondres System de« .'Körpcrf ,^.«der eine einaelne AffeiMipede«^ anfm Gegenstand neiiinei». Sür eine von der Zukunft noch KU erwartend« voU»tktkdif(9'Be^h^itV^l(^Wi^9tgUi^ chenden Anatomie des Affen erlaube ich mir iti der fplgeoden Abhandlung einen kleinen Beitrag s«| Ue- £tinr^iBid«»i)>jMib. Cfio*' ver]iifieioKei)de Dartteliuitg de» Muskelsystems der bei uns am häufigsten «"Vorkom- menden Affenarten versuche. Die Oöte des- 'Herrn Direktors unsres zoolof^Mhenf-wot^tf^tt^^B^^iiiB^ ami^omMthen Museums hat mir die Gelegenheit ver- sdiafft, «h: .dietem Zwecke einige Exemplare von Cercopithecus , Cynoeephalus und Inuus der ^Br^^lie* dermg in unterwerfen. Obgleich jiuii>m«iiie gegen*» wärtige Mittheilung sich auf die genannten drei AfiTeli^ arten beschränken muss, so hoffe ich doch, diass die^ selbe nicht ganz werthlos erscheinen werde ^ da eines Theilg die bei diesen Arten gefundene grosse Ueb<^r- n ♦■ — 3 — eifistiminung in dvi* 'Bildung mich auch nur geringe Abweichnitgen bei andern Arten vcrmnthen lüsst, solche Abweicitiingen aber jedenfalls leichter aufg«-^ fassfcifrerden köhfien, wenn nur erst ein allgemeiner Tvpui der Bitdung festgestellt ist; andern Theils ab^r unter den drei genannten Arten wenigstens der Magot mir au den Affen zu gehören scheint, derlsn Bildung- (bev-niMiseMiehen am nächsten kommt, denn von den Affe« der alten Welt machte eetbst der frü- her für einen wilden Menschen gehaltene Ö rang- Ufim^ ibni kaum kl wesentlichen Stücken, z. B. der Sch^elbildung, d^n 'Hang istreitig mitchen , und dass alle Affenarten der neuen Welt mehr die rein thie- risehe Bildung aeigen, ist ja im Allgemeinen schon früher anerkannt, neuerdings aber durch Ogilby in •hi^nAoh heller««idyidirt4^«tiä{|[^^lii^^ MfftcÄ^^tftimtlieh der Besitsi eines enitgegenstellbaren Datiifnena abznspreehen ist. Dass ich gerade das Maskels^stem zam '0«ge]^9tiilri meliW Ünt«rkuehuhg gemacht habe, hat seinen Grund einmal darin, dass das Knochensystem der Affen bereits vielfach and l^ftltütilRd^g unt«irsiio|M WOfdfM^ ist )M diesem aber sich da» dar'^]M^skeln a^ pvissendsten anschliesst; ferner aber, und gans besonders darin, ^a^ auf der Ein^ riohttmg der Muskeln, welche doch so hHufig von den Zootomen als Nebensa^e-l^ehandelt ' werden, hau^tsächlioh' die körperlichen Vorzüge des Menschen vor -den Thier^« beruhen, wie dies weiter unten besprochen werden wird. *'' — 6 — exUrnus fast gana bedeckt, nach vorn^ abwärt«, um mit jenem verschmoixen xum Munil^inkel so- >gelan- geni.'i Der gnuf Muskel hat in Reinem Verlaufe «ine Richtung ach rhg von oben und hinten nach unten und vorne, und lässt sich in Betreft' seiner Endigung ia drelPartieen theilen« Die oberste oder vorderste Par- tie, grössten Theils von dem Subcutaneus( faciai gebil- det^ verliert sich an deni^ Mundwinkel und der Ober- lippe, sich mit dem Orbicularis oris verbindend, und sendet uucli einzelne Bündel nach der Gegend des Au- ges und rür Ohrmuschel hin; die' rtiittlcYc, schwächste Partie lost sich in einzelne Faserbündel auf und ver- liert sich auf den Backentaschen; endlich die breite^ iti»yiiintm^e uhd' unterste Partie gelangt, von Brust, Schulter und Kücken kömm^dV'1^^^ angemeineii Riehtang folgend, mit einem Theile über den Wlnkrt des Unterkiefers hin zum Mundwinkel ihrer Seife, mit dem anderen Theile aber triÜ't sie an der untern Fläche des Hulscs, etwa vom dritteii'Hätsvvlrb'cI an, auf den gleichnamigen Muskel der andern Seite, durchkreuzt diesen, und gelangt eiidlichsadet!'lj^' terkieferhulfte der entgegengesetzten Seite und zudem Kinne,' 'ilPtfaelbit sie mit allen der Unterlippe angehö- rigen Muskeln zu eifier Masse verschmolzen ist« In Folge jener Durchkreuzung wird der Raum au der un- tern Fläche des Halses und Kopfes vötu Yierten Hal^' Wirbel bis zum Kinne mit einer dö]ppelten Muskel- schicht bedeckt, deiren Verflechtung so innig ii^f,' dass steil i^eise bald die FaserbUndel welche der einefi) — 7 — bM tHe vi^elebc der andern Seite ursorünglich ange- b^im, ohmrß^'ikehlhher liegen. Endlich int noch eine, nicht gftai schwaehe Musketpartie ku erwähnen, wei'- obe «uar,'»*'^ '^' % m.' «ubcutaneua abdominis s. maxi- mu8 hat eine der des Latissimus dorsi nicht gans unähnliche Gestalt. Er nimmt seinen Ursprung un- gefAlMr auf der HHlfte der Längenausdehnung des Darmbeins in einer Breite, dass «rein «berst^r Ur- tprungsiipfel bi« in die^8ehnenhaut des Schwante«, ^di» ltti4«MC^%ii!^itrtp^llse«n^eg0äd reicht; von faier- älfil'g^iifr^er^^firin Mma"eh«t parallel mit der Wirbel- tittle, SIT w«lober er 4ei» 4«v^iMi4er&' Seit» bia-^aiif wemge Linien benaeh1)art istj getüd^ nach vornt; Howie er aber bis zu den Rippen gelangt ist, fangen Wtiaate Fasern an xu convergiren, und es treten neue Muskelbundel himirv welche von der Wirbelsäule entspringend theils schräg nach vorn, theils senk- r««ht, theils endlich schräg nach hinten abwärts lau- fen j^utl^' mit den übrigen vereinigt einen von der ^ustwand.^btretenden Mttskelbauch zu bilden, wel- cher endlich silttelst einer Sehne am Oberarm en- det. Auf diese Art bildet der ganze Muskel eine w 1% Decke lür die obere und seitliche Fiädto^des Bau. ches und der Brust bis etwa zur Mitte des Schulter- blattes hin, sammelt dann seine Fasern, von deinen nur wenige gesondert in der Haut endigen, zu el^ ^ nem Muskelbauche, welcher nicht Aehr den Charak?» ter eines Hautmuakels seigt, und geht eB4iich in eine dünne Sehne über, welche, an der inoera Seite des Latissimus dorsi liegend, mit diesem sum Ober- arm gelangt^y daselbst über, sich schritg über den sulcus intertubercularis ausspannend, ebensowohl au dem tuberculum minus all an der Spina tuberculi majoris angeheftet ist. IL.MuikeJa desSchttdels und des Gesichts. natu ,'i;i»"**itoMl>|««,.>«j». ■ ; Das ganze Schädelgewolbo iit<«)itv^ einer, wean auch dünnen, Muskelschicht bedeckt, zu deren Bil- dung ein Stirnmuskel, ein Ilinterhauptsmuskel und diiQ das äussere Ohr bewegenden Muskeln zusammen- treten; beim Pavian fand ich eine nur einen halben Zoll grosse Stelle auf der Mitte des Scheitels, au welcher die galea aponeurotica unbedeoki aiimVor- «eheia kam, beim Magot und der Meerkatze auch die^e ni^trt (ana^al. 1. m. front&liji erscheint unpaarig, nimmt sei- nen Ursprung von der Nasenwurzel und dem ganzen obern Augenhöhlenrande, und gebt mit seinem mitt- leren Theile in gerader Richtung nach hinten;y» in die Höhe, mit seinen beiderseitigen äussersten Theilt;n aber schräg nach aussen zur Ohrmuschel, 9 •o dats diese letz tM^en als mm, attrahentes aii- ricuiae aiMUMfaen sind. ^ ?j V. <♦;• -^Jf *rt **'' 2. Die beiderseitigen mnu attollentes nuri- eufae'^l^ilden) indenrsie längs der Sagittalnath zu- ■äiniifehtreten , gemeirischaftlich ein gleichschenkliges '^fteieck'auf der hintern uiid ohern Flüche des Sehä- 'IIens auriculae bedeckt werden« Sie entspringen von dem hintersten uImI untersten Theile der Ohrmuschef, gehen schräg nach innen und hinten, und setzen ^1 — 10 — sich neben dem vorgeBannten Muskel RM>h aussen an die obere Fläche des Hinterhauptskanime»>ftB, > ' ff, n^f pfj|>jcttlari8 palpebrarum unterschei- det sich dadurch sehr wesentlich von dem des Menr schen>, das^ nur seine innere Lage> Stratum i^ternum, eiaeu wirkliche^ Sphin<|ter d^rstellt^ die Muskelfa- sern der äusspra I^age, da^6|^ea W^!^» W.,^^.ß^r, schlu^atfix>^t»c}ieixi9np sondern nachdem sie mit ih- Xpm Ba^cjbe den äussern , obern und innern Augen- höhlenrand umgeben hüben, mit ihren beiden .Ei^ ^eji.yon dem untern Augenhöhlenrande aus gerade abwärts steigen , und sich in die Oberlippe einsen- l^cn^ ,44^pUten mr den Lauf dieser JLage verfolgen» so mössten wir annehmen, dass sie von der Ober- lippe, in der Breite voin E^«ah«e Mv-ipRiflit «weite a Backzahne reichend, entspringe, zu dem Joehl&eine gehe 9 an dessen Stirntheile aufsteige, sich über den obern; Augenhöhtenrand am Stirnbeine hinüberwölbe, dann längs der pars frontalis des OHjerkieiers neben dem inneru Augenwinkel vorbeigehe, und endlich an dem Gesichtstheile desselben Kiioeikeiis^ Jbidal»^ stMgeyiUm sich wieder in die Oberlippe, vom Eck- sahne bis üiim äussern Schneidezahne, einzusenken. 6« Dicht an den äussern Rand des ebengenann- ten iM«skels seh iiesst sich ein Muskel an ^welcher von dem Jochbeine entsteht, und am Mundwinkel in die Oberlippe ein^itt, und sich als m. zygomA^ti- cus luajor zu erkennen giebt^ ein minor ist- nicht vorhaciden* ÄiMüxa*, ^-^^:2 — n — &',-': 7; Den ftauiu^ s wischen den Ausr^nliedsehliessern beider iS«it^MV(79liifi^ehmendy und sehr innig mit den einander xttg«kehrten Rundern derselben verbunden, entflpringt ein m* 1 e ▼« tnoT'tab iisuperiorts aiae- que nasi von deniNasenfortsatze desSdrnbeins, und ||iArt gerade abwärt», um sich Uietls auf der Nase zu Verlieren, theils nebea derselben herabgehend in der 0i>erii{»pe> jtu endigen. Auf diese Weise wird auf der Oe'^ichtsflucho des Affen eine von dem emen Jochbeine bis «um »ridern reiehendeMuskeknasRe gebildet, welche nur mit Muhe i» die genannt«« Fortioi»en»> EU trennen ist, und mit fast gans parallelen Fasern zur Oberlippe herabgeht. «***' 8« Von #er «ben beschriebenen Muskelmasse be- deckt, und nur nach deren Wegnahme erkennbar, fin- det flidb ein ron dk^n Obeddefer- lings des .Randes der i^«Mtt]^[>&if0t^if ^«abpHii|^ Muskel, welcher horise>ltltfl naMi^tttfseti utid etwas nach hinten al>steigt, otid sieh^in "^eu 'M>» d#ilJi si tfei H W p M ePty indei» ^et su^ gleieh Von der Seite het» Auf deti m; zygoniaticiis ma- jor aufstösst. Dieser Musker stimmt hinsichts seiner €fMta!t und seine« iJrSl)viifrg«f»'melir mit dem m. leva- m^laM&ptflö^hlif^^rieH^Mlner Insertion mehr mit dem m, lerator aUguii oris üiberein, unterschei- det sich aber von lifeiden wesentlich durch die Rich- tunfi^ s^siner Fasern.*'«''^*^ **^*^*^'»''^ ■*^-'^* .-!> ?#»*?;?*.« ''*^ 9.''Dr^' für die B'ewegung der Unterlippe he- stinuute Muskulatur des Kinnes wird hauptsiichlirh von diem schonHbeschriebenen Subcutaneus colli, der — l^ — ti# vom hinteiHil«» Ende des >Jochbog;ens nur bis zur Mitte des Usterldeferattes reicht* 15» BiJtt* ptei^igoidei sind stark, bilden aber nur eine nicht mit Sicherheit %n trennende Masse, «nd* haben, da die processus pterigoidei dem Unter- kiefer sehr nahe liegen, einen nor kurzen Verlauf» UI* Muskeln an der vorderen und seit- i^^^^;4ich^iftj'Fllko4ie>>de8 Halses 1. m, sternocleidomastoideüii kommt fast gani allein vom Brustbeine, und setzt sich breit un- terkalb derxtafjcen Hinterhavpt$»ieistey soweit dieselbe der pars mastoidia des Schläfenbeins angehört, fest, go dass er dcfmobenbesehriebenen Retrahens auricu- lae entgegentritt, Meokel hat bei Papio Sphinx eine kleine j^vtB eUvieulMW « diieseSfVijMUiiAkela- gefunden, ir«telle sidi ftH fder 9fttte^ des i&ussern Randes der paM Sternalis ansetzte, was ich aber nicht bestäti- gen kann» /,jxy''*''9^f*~'W0Si^i^S^tr'sr'^i^tis^ ft*>,<->,»« n^iiii^P'i % mm» Scalen»!, E» sind drei dergleichen ▼fti'i banden, von denen der hinterste der ansehnlichste I»t^?;5r-Per««lbe\gekt von den vier bis fünf obern Ilals- inr|^eliii;»HLr4j^'jFwei£e bis fünfte Rippe hinab, wo- selbst er sich mit dem absteigenden schäefen Baueh- muskel verbindet; der mittlere ijit oben eng mit dem hintem verbunden, und.. reicht von den drei bis vier vutern Halswirbeln zur. ersten Rippe ; endlich der vowlere ist inehr gesondert, und geht von dem drit- ten bis seeh8t«i|«.ilals Wirbel ebeiafalls zur ersten 14 — Rippe. Der m. »calenus med«!» krmn üWgens auch leicht für den posfica« ^nommen werden, da «r w«- dciv^M ,iop,,„och ganK hinter dem grösaten, ton- te» nach innen von demselben Jwgt, i..»« ..«k, i^, 3. mm. longisaimug oöi% rect«» cap:fe^ tis anticus major, minoj-.nn'd 4«.temli».;aei. IT. MuaJteln, welche die am Halse und in der Mundhöhle liegenden Oriranc f lyimm. sternoh joideus und sternothj. reoidc^n* Hjnd in der Nähe des Bwi»tbeinr »öw^hl untereinander, al» mit denen der andern Seite zu einem Muskel rerhundea, 'IH»<^ i@ftg^lVMdb|id«iHr '«t durch einen flechsigen Querstreifen unauflösslich ge- macht. Sie entspringen sehr tief in der Brusthöhle. tHmMdwTB^tigw MW. atwnothjreoidei gehen nicht parallel neben einander, sondern divergirend in die Höhe, und heften sich auch schon an den untern Rand des Seiten8töi*^<^r^'ftftii4e''^db«}^ti$^* ^' !^i ^>'' ^''>' 4.m. aigastricug steht nur in mittelbarer Verbindung mit dem Zungenbeine. Nachdem die Sehnie seine« fcifttMni Banehc« näinaficii aen m. sty- lehjröraeus schon sehr früh durchbohrt hat, geht sie •chrlg nach vorne und innen, um sich in der Mittel- iinie, etwa einen lialuen Zoll vor dem Zungenbeine, mit der gleichnamigen Sehne der andern Seite zu verbinden. Von dem ganzen, dem Kinne zugewen- deten^ Toraem Rfuide dieser Sehne nimmt nun mit kurxen Sehnenfasem ein breiter vorderer Bauch sei- nen Ursprung, welcher sich an die ganze vordre H&lfte des Unterkiefers bis zur spina mentalis in- terna ansetxend mit dem der andern Seite geniein- acnäftUch fast den ganzen Kaum zwischen den bei- den OnterkiefernMften ausfüllt* Bei Cercopithecus .«Je- it J, — Ii5 — 6«hien er sich nur aa den Stylohyoideus -ariEUlegeDy nicht ihn eu durchbohren. *?u . , ,. ä'Ku »ty iahyoideii8 setxt sich , seitlich ^ auf die Insertion des m. sternohyoideas.aaftreffendy mit diesem ^anz in der Mitte des Zungenbeinköirpers fest^ ,4)« ni. niy loh joidcus wird von untenher durch den Di^astricus fant ganx.hßdiec^y^^o^aiBUeh dass •r^^ wie autt der 3ie8»rhreibung jenes erhellt, nur in dem dreieckigen Räume vor dem Zungenbeine und hinter den sich verbindenden beidcrseitigentT Zwi*- schensehnen des Digastricus frei liegt, woselbst er jedoch auch noch von einer dünnen Aponeurose übert^ sogen wird, welche von jenen Sebiketi sninrZungeiN beine hinübergespannt ist Er inserirt theils an dem längs der Mittellinie hiiitfelteftden Sehii^ii4^eifen, theils mit mehr Muskelfasern als beim Menschen unmittelbar an dem Zungenbeine, theils endlich aoeh . ittit? einer ansehnlichen Partie an der obern Flache jener Mittelselme des Diffastricus. ,,, .r .. 7. m« geniohyoideus ist auffallend atarJc. 8. m. g e n i g 1 n 8 8 u 8 reit^^ M^ftii^^ J^in- tritte in die verhüItnissmUssig lange Zunge sehr weit aaeh^Torn«, 9. m. styloglosBUs entspringt breit vop ei- nem eehnigen Bande, welches von dem Processus styloideus cum Winkel des Unterkiefers ceht. Er tritt, neben dem oben beschriebenen m. tlijreohyo- f^esus nach augsen liegend, in die Zunge, und lässt sich, 80 wie jener, bis tief in die Substanz ^*^ — 17 — liliiein un4 bU fatt »m Zungenspitze hin von dem C^enioglosiui j[«Rs getrennt verfolgen. 10. Da sieh die genannten Zungenmiiskeln bis fast Srfr Rüclcenfläche der Zunge isolirt verfolgen tfwlms, kam mir kein eigentlicher m. lingualis-zu %^ioht. t;*v«*^'' ro. st^'lopharjrngeus befestigt sich im Yorbeigehen .ü^^i^fftf , ^^^r 4«'? grossen Zungenbein- horn(v ^ . 44,gi»j(2. An dm Muskela des Kehlkopfs finde idijceine bedeutemiUAbwoiebung von der menschli- «han Bildung; nur ist der m. cricothyreoideus be- 4Mt«nd stftrkar, da die Beweglichkeit zwisclien King- «ad Schildknorpel bei dem Aften überhaupt grösser Ill^ai^Ji sarMt daraeU^A^^^utUoIt 4||. m äussere |||^«ij|aj9liara Portion. Per m. cricoarytae- |loi4a9apoitioa8 bedeckt die ganze hintere Flüche des Ringknorpels 9 der l»taralia iat dem mensch- lichen gleich; der m, thyreoarjtaenoideus ist sehr stark; an dem m. arytaenoideus zeigen ■kh hauptsächlich nur Querfasero, Die Muskeln 4t$ Kebldadkjdf T^WO^ltte ich nicht deutlich wahr- . annehmen. "'^' **'* ' **■' 13. Von Constriktoren des Pharynx finde ich: sü Unterst einen sehr schmalen m. cricopha- ryngettiy welcher von dem Seitentheile des Bogcns (des Ringknorpeis entspringend etwas aufwärts um die hintre Wand des Schlundkopfes herumgeht; 2 18 — darüber einen in, thjreopharjngeuf^, der von «lern untern Hörne und der äuisern Fiilche des Sei- tentheiU des Schildknorpels, von dem Thjreohyoi- deus etwas bedeckt, seinen Ursprung nimmt, und aufwärts steigend mit seinem obern, in eine mittlere Spitze ausgehenden Theile den folgenden Muskel zum Theil deckt; noch höher einen na. hjopha- tjngßuSi der von der äussern Fläche des grossen Horns, woselbst er von dem als unmittelbare Fort- setzung des Thjreohjoideus erscheinenden H/«glo8- &U8 bedeckt ist, und von ihm verstärkt wird, ent- springt, und sich, mit dem Stylopharyngeus verei- nigt, so über den Pharynx ausbreitet, dass seine obern Fasern aufwärts, die mittleren horizontal, die untersten etwas abwärts gerichtet Üind; endlich ei- nen m. constrictor supremus, welcher wie beim Menschen in einen m. p tery gopharyrtgeus, gloasop^haryi^geu« und mylopharyngeus Äerfällt. 14» Das Gaumensegel su bewegen dient zunäclise ein m. glossopalatinus, der ^em menschlichen ähnlich iftji, ferner ein m. phary ngopalatinus, der aber, so lange er mit der Schleimhaut bedeckt '!*> Ä*^ nicht sichtbar ist, und von dem Gauniense- gel aus sehr schräg nach hinten verlauft; ferner ein m, tensor und levator palati mollis, welche nicTits Bemerkcnswerthes «eigen. Einen m, axygog uvulae konnte ich nicht entdecken» — ^9 — 9»^ Muskeln an dem Nacken iin«I Rüeken. jm-- 1. m« cueolitrie ist wegen l^()iMUi^ gar keine 1^e«tliri«Bg«aipfel TOB d«n Rippen; dem Oberarme aiek DAhemd gMbt er von seinem vordem Rande ein klebe« MuskelbQiidsdl «1^» fwelehe« sieh mit dem Te-^ res major verbindet, und mit diesem gemeinschaftlieh endet, während er selbst etwas tiefer an der spina ttfcercnU miooria inserirt; ferner schickt er, wie Meekel beaebreibt} von seiner Sehne einen ansehn- lieben Muskelbauch an den Ellenbogenknorren, der gan« von den übrigen Vorderarmstreckern getrennt ist, indeüeii mdchte derselbe wohl besser als ein e%en«rMu«kel su betrachten sein, da er, mit eigen- tb&nilieben kursen Ursprungssehnen versehen, unter «AAem e^Aipfen WJ|ikel von dem LaHssimus abgeht, 2* — 20 — 3. m. rhomb oi de US reicht vom sechsten Brust«- Wirbel bis zum Hinterkopfe in die Höhe, 'untl be- steht aus 2wci deutlich getrennten ^'h eilen ; der vor- dere entspringt an dem innern Winkel des Schul- terblattes, woselbst er mit dem Levator scapulae eng verbunden ist, und geht, bei inuus und Cynocepha- lu8 etwa einen Zoll breit, ans Hinfterbauptsbeiny in- dvn er sicii dicht unter dem m. cucnllaris an die starke Querleiste ansetzt; der hintere, breitere Tlieil reicht zu den Dornfortsätzen gehend auch bis dioht ans .Hinterhaupt, indem er mit seinem vordersten spitzzulaufenden Ende dem m. attollens auriculae ge-^ rade entgegen tritt. .äiM»<^5?**^P»!* »*^ *i^'>'4r Ein dem Menschen nicht eigener Muskel, von Vicq d'Azjr m. acromio-basilairegenannty ent- springt, vom Cucullaris bedeckt von dem Aeroraion bis fast zur Mitte der vordem Fläche der Schulter- grilte, .und fletst< sich an den Querfortsatz des Atlas an; den kleineren, dessen Meckel Erwähnung thutj und welcher vom Schlüsselbeine zur Haut des Hin- terkopfes gehen soll, habe ieh>'nfelit'^§Bdeir'köiint$ri; uad >purd derselbe wohl nur ein Bündel des Cucul- Uris sein*/- ^ -.• . 5. m. levator seapulae geht vom vordem 0rittheil der basis scapulae zu den Querfortsätzen aller Halswirbel. Sein vorderster, an die drei ersten Halswirbel gehender Theil ist etwas von dem^'hin- lern getrennt, weshalb Meckel und Cuvier'^den letz- tern 2um m. serratus anticus major gerechnet haben; — 21 — iodesien ist eia% IreDnung zwisch i*) ,itF iL iir#4;aervicalis descendens,, welchen Ca¥iar beim kSp^fk vermisst hat, konumt su Gesicht, wenn man den Hiilldieil des vorgenannten Muskels 1» torsiehtig aufhebt. Er entspringt ul« ein sebr dün- ner Mtti&et von den drei vordem Rippen iind^cN? mit seinen l^efanen, welche imt der^ des Lonj^irai- mus verbunden sind, an die QuerfortSiktxe des drit-^ teu bis sechsten Halswirbels/ i *«^>fcf*^-< ^^ " 12. m. trachelomastqideujiist nur oünii* 13. mm. biventer^ervleit jind e6mnlexus sind unzertrennlich, und haben keine Zwischenseh- nen; sie setzen sich an die unterhalb der starken Querleiste beündliche schwache Querlime des Hin- tcrhauntsbeius an. ir-^^y^JiUipiA^lis dor^^ientfpringt hinten deut- IIM^^^PQ ^eiT Sehnenhuut des nu longissimus dorsi und ist auch in ,8(^in^j9i gapxen VedAlil^iei^^^ij^^n^el- ben durch äussere muskulöse Zacken verbunden» 15. mm. scniispinalis cervicis et dorsi, im^miiifeiiidttB «piaa« zeigen nichts von der menschlichen Bilduiin; Abweichendes, s ■ r >i* jtswi» 16. Die kurzen hinteren Kopfmuskeln sind den nienschl{ch«H gVeie¥y^ni|f >i^^ %!^' d^r'^m. f^#i^#flfl capitis superior mit dem inferior ganz in f^^ithtßir Höhe, näHilich dicht über dem fo- ramen magnum, aber ükiehr nach aussen anH Hiliter. llnClipt ilf /'SO dasB man d^n infendlr gaAÜ sehen kann, ohne den superior entfernt zu haben; daher erschient denn auch zwisehtn dem m» rectus's^uperior, obfiquus if(ri>erioT und obliquus inferior kein so re/^Imässig dreieekiger Raum als bei dem Meiiseheir.' * — 23 — ^n« 17. Die klt:pi pi^toralis major ist lang und mIumÜi, cataprioi^ vom ganzen Brustbeine und dem IvtienteB St«hi4r| .t — 24 — »iemlich in der Mitte des Oberarms endet. Obgleich so die Endsehnen dieser beiden Theile an getrenn- ten. Punkten inseriren, stehen dieselben doch mit- telbar miteinander in Verbindung, indem die End- sehnc des oben beschriebenen Bauchhautmuskels sich 2wischen ihnen ausspannt; dieselbe ietxt sich näm- lich theils mit der kleinem Partie. reiij»mi4en an die fiFioa^tiaiefeuU öonori., .theils mit dem eigentUchcn grossen Brustmuskel verbunden an die spina tuber- culi majoris, indem sie schräg über deo siileiu ia^ tertubercularis weggeht. ^ ^2. m. pectoralis minor reicht am Brustbeine Von «kr «weiten bis siebenten Rippe, und liegt mit setnein hintersten ^nde auf/ dem vordersten des w. rectus abdominis, Mrd^er sich verbJiidetrer geht nicht an den processus coracoideus, sondern an das tuberculum minus. Bei Sphinx soll er nach BTec-ke! wenigstens ttiettweisb an dem Sehulterhaken inseriren, '^' ^^'-^fi«., f '■^ •- . t.in eigenthunUichfr, ^^mttMsMf^LJIm iäi ^&Li^{ Cercopithccus gefunden habe, entspringt ^?^I^^J^mii!^^ «rsten Rippe, geht bald apo- neurotisch werdend üjljer den «weiten und dritten 'MiPJ^öfknorpel weg, und dann in den i^^ptgegen^ tretenden Rectus abdominis über* * ? 4. m» subclavius ist verhältnissmassig stark, tt»d geht vom Sternalende der ersten Rippe zu der ganzen hintern Fläche des Schlüsselbeina» n -- 25 — * 5, lu, lerratai anticus major ist durch Mtne St&rk« aiif^xeichnet, verbindet sich nach vorn mit dem Levator scapuiae, entspringt aber übrigens m\ßM^ Menschen von den neun vorderen Rippen. #■ 1^^ . Miigil^ein am Oberarm und an der Schulter. i;>4l«ltMdieu8 gleicht dem menschlichen. 2. m. supraspinatus ist auf Kosten des in. iofraipinatus verhUltnissmikssiig stark, '" , 3L mm. •ubicapularis, teres maior und terei minor bieten nichts Bemerkcnswerthes dar. ^^i^^^lB* ^praeobrachialis besteht aus zwei ▼OD einander abstehenden Köpfen: der dem mensoh- ^eoiki^Uohe i^^lit erat fjp^t^n ^e^ kurzen Kopfe ^9|^ai^Mf«j^^^^^ UD^^tetat sich »iemlich in der B^t«.4fi ^benffma fest; der zweite, weit kürzere Kopf nimmt ^%^j^ i ^^fW^^^f *""^ cor^coidei^ü aus leinen gesonderten Lauf, und gi)ht m gerader Rich- tung nach vorn , um sich an die vordere Fläche de» Q|»fntfaif dicht unter d«m Kopfe desselben anzu- IIIIP^ Zwiachen heid^ {[Öpfen heftet sich die Sehne des Teres major und des Latissimus dorsi an. Bei Capucina hat Meckel den obcrn Kopf nicht gefunden« ■ ^, 6, Qi. Uiceps brachii soll sich nt^ch Meckel in Jieineu beiden Köpfeu früher vereinigen als beim Mea«<}li^6n, Wfujyy^ ab qr nicht bestätigen kann. — 26 — .. 6. m. brachiaiU internu« reicht höher hin- auf als beim Mengchen, und üegt mehr an der ihissern ^Junern fläche des Oberarms. *^7. mm. anconei sind sehr stark, namentlich ist der lange Kopf, welcher fast von der ganzen Lange des äussern Rande« des Schulterblatts ent- springt, durch seine BreiU ausgezeichnet; siegeben de^^h^dem gan««. Oberarme ein seitlich zusam- mengedrücktes Aussehn. VIII. Muskeln am VorderVrme.'^*^^^ Bei dem Affen müssen die Muskeln am Vorder- arme im Allgemeinen ein ganz andres Lagenverhält- liiirzu dem übrigen Körper zeigen als beim Men- schen, da bei ihm der Radiiis liJ^r^b^^oHr ü^beH, als vor der Ulna liegt, so nämlich, dass bei de^ Beugung des Ellenbogengelenks nicht wie bei dem Mensehen beide Knochen des Vorderarms nebst der ganzen Volarfluche der Hand gl eichmUssig, son^ dern vielmehr der Radius und der Radialrand der Hand vorzugsweise dem Oberarme genähert #^^*^: ä^rMemach ist es zu erklären, wenn in der fol- genden Besc^i^ibnng der m. supinator longus nicht der äusserste, sondern der vorderste, der m. flexor carpi ÜFnaris nicht der innerste, sondern der hinter- ste Muskel genannt wird u. s. w. '•* 1. m. flexor corpi ulnarir ist der hinterste Muskel des Vorderarms, und von besonderer Stärke; er entspringt vom condjlus internus des Oberarm«; — 27 — fSeni«r ron dem Ot^cranon und der innern Fläche Avt Ulni^tttk«! ^eht an da« os pisiforme* 1^ 'fll^ palraarit longus entspringt von delF Uhmtit Fliehe des condylua internus; an der Hand ia#eC sieh aveh ein schwacher m.palmarisbrevi». ^'3. m. flexor carpi radialis- Hegt vor und imeh aussen vom vorgenannten Muskel, und ent^ •priagt wi« 4er folgende von der vordem Fläche des «oadjrfii« 4iiteriiifl, Isf dann' «her IHs fast zur Mitte dea Vorderarms mit den mehr in der Tiefe liegen- AMk mn« Pronator terei und flexor communis subli- miB eng verlrflndoll. • ^^- '^ ■' ^"' 4. »• Pronator t er es geht bis üher die Hälfte jht Hadiui herab, und setzt sich sehnig an dessen ▼ordern Rand« ^***ll^' m fl •»•1^'dlf i tiHrtt«r o^oim m uni« subli- ■4t^ kthUnnm Enäh da ersten Orittheil« des Vor- 4el*aTiät üfiserti%nnlich mit dem profundus verwach- een; seine Selmtir iigi^g^'^13^ lo^fnintfliliche B^ '^'^ ^ m. flexor digitorum communis pro- fundus ist ungemein stark, und nimmt seinen ITr« i|Hr«J^' von der gÄBEeit iiinern Flüche des Vorder- lä*St, Kr ^fSHf in «#eiTheile, welche nur durch einen dünnen, der Länge nach verlaufenden Sehnen- itreifen verbunden sind. Der hintere dieser Theile entspringt längs der ganzen vordem und innern FUche ^der Ulna, und geht mit seinen Sehnen zu dem ftinfte^*Qnd vierten Finger; der vordere dage- gen ,"' dessen -SeKiien für den dritten , zweiten uni. . T 7« m. flexox poJUeis Jloagug fehl( i alt; eigener Muskel, und ifft, wie r/^beii. be«(Qiimel>ea.^;vo ithißi mm' extensor carpi radialis longus UOd b]r«yis-iiegeii.;^aeh hinten zu neben dem vo- rigen Muskel, sind mit ihren Bäuchen fast ,gwam zu ein^i , Muskel verschmelzen , Jliabea aber mit ihren Sehnen denselben Verlauf wie beim Menschen^^ 11. m. extensor digitorum communis gebt .wie bei denx Menschen su den vier Fn9]gern; bei Ce(4^9|iithecus giebt jede seiner Sehnep Zweige — 29 — •* «e j« zwei Fingern;' Dicht neben ihm nach hinten BUy ebenfalli vom condjlus externus entspringend liegt: ... 12.' w. exten sor digiti qtilnti, >velcher sich in jn9«i Sehnen spaltet, die zum vierten und fünften JPiDger gehen, um sich daselbst ani ersten Gliedc Mit den Sehnen des vorgenannten Muskels zu veret« il%en; bei Cercopithecus giebt die Sehne für den vierten Piaiftr «uch noch ' einen ' Verbindungszweig an den dritten. '[ »-'!<^'' andes der Hand in «wei Theiie spaltet, vvn denen der eine ata Bu exte na ar indicis, der andere als m. ex- taator poUieii longus anzusehen ist; ersterer spaltet sich wieder in aweißehnen u&d setzt sieh am ersten Gliede des zweiten uhd dritten Fingers an die Sehnen des gemeinschaftlichen Fingerstreckera naeii aussen au an; letzterer geht nur an den Dan- nail» . J^i Paaiae«« toll "nacTi Meckel der Extensor indieis vom Radius entspringen. J4. m. exten sor pollicis birevis fehlt. ' ^^^ISi' m^ extensor carpi ulnaris entspringt am weHelitan nach innen und hinten^ vom condyhis externus, ifiid geht mit seiner Sehne an den Mittel - handknochen dca kleinen Fingers, aber mehr an die m - 30 -- Volar- als DorsaUFiäche desselben, to doas er für iich mm wirkend die Hand eher beugen als strecken, hauptiäcblich aber nach hinten ziehen mua». «^,J6» m. abductor poUicis longus igt sehr stark, sonst aber in seinem Ursprünge dem mensch* liehen gleich. Er gelaugt mit seiner Sehne in eine tiefe Rinne am untein Ende des Radius, und geht «UÄ gf^OM nßfth der \^arfläche an den Mittelhand- knochen des Daumens, setzt sich aber zugleich auch an das llgamentum volare proprium und an de», überzähligen Handwurzelknochen an, so dass er nicht den Daumen allein bewegt, sondern die ganze Hand etwas beugt und nach der RadiaUeite«ieht; Meckal glaubt, dass der fehlende Extensor pollicis breris mit ihm verschmolzen leL W?^ t,^^.^,,, , , 17. ra. supinator bre vis gleicht dem mensch- lichen* *^*^^tX. Mntkeln an dar Hand. 1. m. abductor pollicis brevis entspringt mit zwei Portionen vom ligamentqm va]ar<(|j|>ropriam, ""*^^'*?** ■'*''* *° *^*" Radialrand des ersten Dau- mengliede», ab«r mehr nach der Volarililche zu, an, so dass er bei der Abduction zugleich den Oaumen auch e|was beugen niuss. 2. m. opponens pollicis ist kleiner als beim Menschen; er entspringt vom ligamentum carpl vo- lar«; proprium und dem Überzähligen Handjrnrsel- koo€hen»,i|od setzt sich längs der ganzen. ^us^c;]^. — 31 — •sog des Mittelhsndknoehens des Daumens, und swar an dtr Velerfläche desselben, fest. 3k mm« flexor pollicis breviis und adduc- tor pol lieit sind mit ihren Bäuchen ganz eng ver- b— d to w» pnd entspringen von der ganzen VolarflAche danhilten Mittelhandknochens, ferner vomos multan- galnni majns und capitatum; der erstere trennt sich ia aw^Fartieen, die sieh kurzsehnig an beiden Sei- ten 4ea «rtten IXaumengliedes ansetzen, indem sie die den langen Beuger vertretende i^ehne swischen nah iaaaan; der Adductor setzt sich daneben an die Ulaarteite d^taelben Knochens fest. 4. m. abduetor digiti minimi ist grosser 1^ beim Menflchen, weil das Erbsenbein beim Affen mehr nach dem Vorderarme hin gerückt ist. V ^ »• fioTor -brorii digiti minimi fehlt. W^ 4k m, oppollons oder besser adductor di- ffi^i Minimi seigt nichts von der menschlichen BU4ang Ab woidiea4aa4 1» j^g» 'j^t i ia#^--««fe i^ftm^ briealet. • •* ■''>^> ^t '..**• 'i«^<^^^^ ^^^?-f'>*i-?.. 7, mm. interossei interni gleichen den ja om clüiehwty auaser dan sie an der Hohlhand un- tat^vtettNbllP lN«rii(ai^hf«li ^^^^ der für den Zei- gefinger bestimmte nur kurz ist; die oxterni ver- haltMi fich wie die des Menschen. ,:,J^ Muskeln des Bauches. •Mli m. •#tlqttUB abdominis externus ist ▼erh<inssm&ffiif^ eben so breit als beim Menschen, b.äfc:?.. — 32 — hat aber nicht so lange Muskelfasern. Er entspringt vorn Von den acht hintern Rippen, ferner weiter nach.: Jiinteo' yon ^er den Bauchmuskeln und den breiten Ruckenmuskeln gemeinschaftlichen fascia lumbodorsalis, und bekommt endlich im Vorbeigehen noch einige wenige Fasern von der ipina anterior superior ossis ilii, l^on diesem Ursprünge ans geht er «i« beim Mansch eto cur linea alba und xur Sym- physis ossium pubis schrüg nach unten und hinten hinab. Bei dem Menschen bildet kekanntlieh der unteve, 2 wischen der spina anterior superior ossis ilii und der Schaambeinverbindung ausgespannte Rand d«t^u«seciHi ßauchmuskels^ oder dajs fiogenannte Pou- parteche Band» den untern Schenkel des Leistenrin« ges und zugleich die Decke dt$ SehenkeJringes; anders verhält es sich aber bei dem Affen. Bei der sehr in die Lange gezogenen Form des Darmbeins deaselben .v^Ürde niunlich zwi/schen dem von der Spina anterior superior ilii zur Symphysis pubir gehenden hintern Rande des äussern schielen Baueh->< muskels , dem untern . Raofl? k4«»^ ite'mhiili»,. ^iind 4im iJkim^ont<n Aste des Schaambeins ein sehr g^es^er j df^ie^kjger Raum offen bleiben, wenn nicht hinter Jenem Rande der innere schiefe Buitch^ muikel noch eine bedeutende Strefike .weit, unbe-i deckt hervorragte jenen Raum bis auf einen klei- nen Theil Terschliessend. Man muss demnach den Hi^terii Rand des iiusaerii Bauchmuskeln beim Affea , ^^ «iiimfü «r kfji^c bandartige Verdichtung - — 33 — wrtgty nicht mit 'd«ro Namen des Poupartschen Ban- d«i bel^i^y wnd dieies dem iniiem schiefen Bauch- jnaaktl niMhreiben, oder von demselben erklaren, AwM «»niehft don Sehenkelbogen, sondern nur den IklalVrtt oder Hussem Schenkel des Leistenringes kSUt, Auch seigt der Leistenring beim Affen noch •Inige Abweichungen; sein vorderer oder innerer S^esktl geht nimlich an die Symphysis pubis darehkfeuit sieh- aber 'nicht mit dem der andern ^t«; der h^'ntere oder äussere Schenkel befestigt äMl Mr den kofisontaleii Alt des Schaambelns bis xa deuen Höckei^!hiiF;'Tbii' letzterem gehen noch feitt« Sehnenfasem nach dem Schenkelringe hin, weiehe ein unvoUkommneg Gimbematiäches Band dar- •tellen; die von diesen beiden Schenkeln gebildete Oeffowig endlteli. Jtelit;irea*'^off(iii,'4md lügst den iajMm Mhiefea Bttuehmutkel frei sehen* n(»f*^'^*m. obliquns abdominis internus ent- ifringt TOB der den. breHeil'<;6iittieh>* und Rlloken« Muskeln gemeinschaftlichen fascia lumbodorsalis, bauptsichlich aber von dem ganzen untcirn Rande 4m Decmbeinsy und seigt im Allgemeinen hinsichts i»rJfMtism§^0^a^Ftk$0rn dieselibe Einrichtung wie bei dem Menschen. Bemerkenswerth i«t aber sein hintenter TheiL Indem der Muskel nümlich mit •einem hintern» der Pfanae «ehr naheliegenden Ende deVL. nntem Rand des Darmbeins verlässt, geht er mit>eilnem freteil Rande, welchetr einen Bogen mit der Con^avität nutik hinten bildet, nach innen zu, und 3 — ^1 — ■etxt sich aponeurotisoh an den innern 'K'lieil der Sch&ftnibeinleist« an. Dieser bogenförmig^ freie Rand bildet den Schenketbogen, «wischen wel«1)em und dem äussorsten Theile des Sohaambeins aber nicht nur der m. psoas und iliaetts intvmuS) die a. und V. cruralis und dtw m oruraflisy sondern auch der SaameiistEang jnit dftin C^mattev liiiidttrcl^lrt, lidMier «dami erst ron dem durch die Schenkel des äussern schiefen Bauchmuskels gebildeten Leisten- ringe aufgenommen wird. So Tertritt denn hierher Schenkelring auch zugleich die Stelle des inwendi- gen Thcils des I.eiNtencan:ils. Der m. cremaster iH^'^beimAÜeOi doppelt >: indem su seinem wesentti- chen TheUoy welcher sich als eine Fortsetzung des innern schiefen und des trshsTets^II^ft Bfiuehüiuskels zu erkennen giebt, noch ein dünner Muskel hinzu« tritt, welcher von dem äussersten Ende des hori- eontalen ^Aste^de« SchaamheiflB«nt8^ringt; der ganze Muskel erscheint übrigens am Hoden viel stärker als beim Menschen. (ijäxü**:-. ..if»*» 3, m. transversusab d^lnUhlii f tf^^Met- dett Bftuchfliuskeln der breiteste, und hat mit dem des Menschen gleichen Ursprung; sein hinterster mus- kulöser Theil ist mit dem innern sehie^n Bau^h- maskel eng verbunden. *< ^i*'4«i^| .^»feM'i •? s ; -; ..li,. 4. m. rectus abdominis rciehf bei Tnuus iriid Cynocephalus vom Schaambeine bis zur fSnften Rippe, bei Cercopithecus aber bis zur vierten, oder wenn wir jenen kleinen, unter VI. No. 3. bcschric- — 35 — ^nen Mnskel ali^^^inen durch Ztvischensehnen ge- trennten BMcIf' ansehen wollen, selbst bis zur er. '•teil Rippe; Bei den ersteh beiden Affenarten fand 4A ¥Nr big fQnf , nicht gane durchgehende tendi- flit^littcriptionen , bei der letsten aber konnte icK iplekt dergleichen wahrnehmen, tfjh 6, m« pyramidalis ist nicht xu finden, und fckeint ao aeiner Stella lUeJächeide des Rectus ab- dominis durch eigen thtimliche schrUgverlaufeude Seh- «■eft£asem eine VerstHrkung zu erhalten; die ganze den Rectui abdominis einschliessende aponeurotische Scheide ist übrigens viel leichter als bei dem Men- ailheii in ihre einzelnen «, den verschiedenen breiten Bauchmuskeln angeliörigen Blätter zu spalten. Bei Atelea soll nach Meckel ein Fjramidenmuskel vor- handen aein. . i%#- t*^r"--^^ in , .«'« «Ji'i-iJin. •,•■.. '^*^* XI, Muskeln am Schwänze. !• n« levator caudae externua füllt die Grube swisc)\fn den Querfortsiltzen und den schie- fes Fortsätzen aus, entspringt fleischig von den fdy^fefl Forts&teed der^hinteiti Lendenwirbel, fer- •er der Heiligenbemwirbel und endlich der vordem Schwanz Wirbel, und geht mit dünnen, zum Theil sehr langen Sehnen an die Basis der hinteren Sehwanzwirbel« Bei Inuus reicht er mit seinem Ur- tpninge bis suln dritten Lendenwirbel, woselbst sein Bauch zwischen dem m. multilddus Spinae und dem m. qnadratus lamborum Hegt, und geht mit ei- Ri — 36 — ner cinnigen Sehne an den dritten SchwaMwirb«?!; bei Cjnocephalus und Cercopithecus entspringet er ^m vierten Lendenwirbel bis etwa zum fünften oder sechsten Schwanzwirbel, und setit sich mit vielen Sehnen an alle folgenden Schwanawirbel an. 2. m. levator caudae internus seh eint mir d«i» m. multifidus ijpinac «u entsprechen, füllt den Raum «wischen den schiefen und den Dorn-Fortsät- xen aus, und geht mit seinen einzelnen Bündelchen thcils von «rsteren au letatewa, *h«il« von einem Domfortsatxe zum andern» 3. m. ischiococeygeus g«ht von' d«r' tänerti Fläche des Sittbeins unterhalb der Pfanne «u den Querfortsätzen der ersten SchWdMwirbel , nämlich bei Inuus lu allen drei, bei Cynocephalus und Cer- copithecus aber zu den vier bis fünf vordersten Schwanzwirbeln. ^^ _^ ^ 4. mm. intertransvcrsarii caudae gehca von einem Querfortsatze der SchwaMwirbel »um an- dem, sind aber bei Inuus nicht auM£iideii* ^ ^ mm. infracoccygei (Meckel) Hegen in ; d*r MitteUinl«^ unter dem Schwänze, gehen von ei- nem Wirbelkörper «um andern, und sind nur da deutlich, wo dieser eine spina hat, ^ 6^ m. ilipcoccygeus koromt von der ionem Seite des Darmbeins, da wo sich dasselbe mit dem Sitabeine verbindet, bildet ein längliches Fleifch- bündd, und setzt sich an den Körper der dr«i vor- — 37 — dern Schwanzwirbel; ist bei Inuus ganz so wie bei den beiden andern Affenarten gebildet» 7. m. pubococeygeus kommt dünn, aber breit, Tom horizontalen Aste des Schaanibeins, und ■eftit sich schmäler werdend mit dem der andern Seite gemeinschaftlich an die vier bis fünf ersten, bei inuus an alle drei Schwanzwirbelkörper an. 8«m«sacrococcygeus inferior (Cuvier)geht Yon der innern Fläche des Heiligenbeins nach hin- ten, liegt zwischen den Querfortslltzen und den un- tern Dornen der ersten Schwanzwirbel und setzt ■leh mit seinen Sehnen an die untre Flllche so vieler Schwanzwirbel an, als Sehnen von dem m» s leviiter eaudae externus erhalten haben, Xil, Muskeln des Afters und der Ge- ^i 1^\» Httikeltt-der männlichen Geschlechtstheile des Affen leigen wenig Aehi4ifiJ)J(eit mit denen des Menschen, was grossen Theils durch den Hb weichen» den Verlauf der Harnröhre bedingt wird. '•' I. Ton dem absteigenden Aste des Schaamboins, art »geim fut^is^^tfj^irfngt ein dünner, bei Sjrivanus und Cjnoeephalus etwa anderthalb Zoll lan« ger Muskel , welcher schräg nach innen herabsteigend sich mit dem der andern Seite vereinigt an die Mit- ttittnie dei Rttekens der Ruthe ansetzt, und die- setb# lueh dem Bauehe su zurückziehen muss ; nach aussen von demselben findet sich auf jeder Seite ein - ;tti — ligamentufu suspensoriuoi, welches sich früher aU der Muskel, un4 mehr zur Seite an die Ruthe befestigt, f,.- 2. Dicht neben dem vorigen Muskel mehr nach aussen und hinten liegt ein kurzer aber sehr dicker Muskel, welcher von dcf anssern Fläche des aufsteigenden Attes und. dem vnteMten XkeiU des ßitsbein^f entspringend die Zellenkörper der Ru- the seitlich^ sowohl oben als unten umfasst, und an ihnen endet. Zwischen den beiderwitigen Mi|S- keln verlaufen oben die Blutgefil««« der Ruthe, und bleibt unten eine Rinne, in welcher sich die mit Ifj^e^ corpus cavernosum .ausgeri«rtcte,"HMfnrÖhre hinsieht Dieser Muskel würde wohl dem mensch- lichen Ischiocavernosus entsprechen^ 3. Zwischen den beiden Sitzbeinhöckern ist an der nach hinten gekehrten Fläche eine aus starken Querfasern bestehende sehnige Haut von dem in- nem Rande des einen zu dem des andern ausge- spannt. Entfernt man diese Sehnenhaut, so ftndet man einen sehr starken, cUiipjiÄjrigeaMöskÄ^i' wel- cher den Raum zwischen den beiden Sitzbeinhöckern ausfüllend ^nirgends vom Knochen entspringt, und dessen beiderseitige Hälften wohl durch sehnige Streifen angedeutet werden, nicht aber ahne Ge^ walt von einander getrennt werden können. Die beiderseitigen Hälften dieses Muskels nehmen ihren Anfang mit kuraen Sehnenfasern von dejt unter« und ^vordem, der Schaambeinvereinigung zugekehr- — 39 — ten Flache des bulbui «rethrae, gehen nun auffVarts mit parallelen Fasern um denWben herum, un ...^ -<,n,; j*- 9. Von den Muskeln der weiblichen Geschlechts- theile habe ich nichts zu erwähnen* Muskeln, welche innerhalb der Bauchhöhle lilfk«9* ... .. I. m« diaphragma zeigt sich dem menschli- chen ziemlich gleich gebildet« Das Ceutrum tendi- neiiiii,i(0 hßtßXöwyS ffi^^ eJUiter nuttleren Spitze nach dem Brustbeine, mit zwei divergirenden Schenkeln nach dem Rücken hin auslaufend« An der pars li^jfU>-> balis lassen sich nur zwei Schenkel unterscheiden; det Ipiiere j^^dem Quadratttü hmibotum und Psoas major durch fleischige Zacken zusammen, und bildet eine breite Sehne, mit welcher er sich an die linea arcuata des Darmbeins |ettset^t$^r>>fi^ ff-iü:^ ' 4. m. psoas major entspringt mit fünf Zacken TOB den fünf vordersten Lendenwirbeln, und geiit mit dem lliacus internuf eine unauflösliche Verbin- dimg ein. -.. ^ ,4srE;i«iä«^*#.»#t*i»J# ;^- ^^' ^^^ Ä, m. iliacuf inierrnua ist, der Form des Darmbeins gemftss, in die Länge gezogen, und geht mit dem Psoas miyor sui» ti^^aater minor.. . t XIV. Muskeln an der äussern Fläche ^ch Beckens, und am Oberschenkel. w 3^iS; %fiitlifeÄiftD»^^ ist viel dünner als beim Menschen. Er entspringt vom obern, vordem und vom grössten Theile des untern Randes des Darmbeins mit einer Aponeurose, welche den m. glutaeus medius bedeckt, ferner muskulös nur von den drei bis vier ersten Schwanzwirbeln, und von der Mitte des imtem Randes des Darmbeins. Die — 42 ^ von der letztgenannten Stelle kommende Muskelpar- tle, welche aber von dem übrigen Munkel nieiit zu trennen int, stellt den m. ten.sor fasciae latAe dar, welcher soni^t ganz fehlen würde. Bei Ateles, Jacchus und Capucina soll naeh Meekel der Tensor fasciae latae vom Glutaeus getrennt bestehen. Der ganze Muskel sel^t sich an n mit «einem kleinsten, hiiittnrsiteii .Xi^^le uptfr dem trochanter major fest; mit seinem grösseren, vorderen Theile geht er in eine Aponeurose über, welche .als fascia lata sich bis zum Unterschenkel heraberstreokt. 2. m. glotaeus medius ist' der st'äi^tte Ge« sHsinuiskel, entspringt muskulö» von dem gelnzen tördei^ nnd obern Rande des Darmbeins, und geht fast ganz gerade zum troehanteir^näij^4iiiii.#s> -»v 3. m. glutaeus minimus kommt von der Mitte der äussern Fläche des Darmbeins , und von desfl^'^interem Rande bis lan die spina ischiadica, und geht an den vordem Theil des trochanter major. 4. m. pyriformis fehlt nieht^ wie.Meekel ßf^ hauptel;, bei Inuus, sondern ist nur vom Glataeus minimus verdeckt, mit dessen Sehne eng verbunden, und an sich sehr schwach« Er kommt an der inci«^ gi»ra ischiadica zum Vorschein, und geht fast senk- recht abwärts zum grossen Trochanter; er bedeckj den n. ischiadicus bei dessen Austritte. ^ f»»/ 5« mm. obturatorins.exfternus ugt^liter- nus seigen nichts Bemerkenswerthcs* c» %^': ^ ^ ' — 43 6. mm. gemini sind schwach, sonst aber den nienschUchen gleich ; der superior fehlt nicht bei InuuSy wie Meckel angiebt. ,,. 7* <)^ quadratus fe.moris zeigt sich nicht so quaiiyratisch und querlaufend wie bei dem Menschen, |4>ifdern ist länglich, und geht in schiefer Richtung unter den Trochanter hinab, so dass er den Schen- kel lu^ht sowohl nach aussen rollt, als vielmehr aw^ hitttfiii .»ufhebt. .^^ »-j-w-is^, ,, .. 8, m. gracilis ist bei Affen sehr breite indem ^u M^l^ A^V.gf^^^^tk Schaambeinvereinigung ent> springt, <ütt4|^||l:^.«ieh^^nter dem folgenden Muskel an die Tibia bis fast zu deren Mitte herab an, wor ■eibat er auch |;beilweise in die fascia suraiis übergeht. 9« m. sartorius endigt sehr tief unterhalb des Knies , und scheint) ^ben ^ »i^jii^i€^^Ji,GV vorgenannte Muskel und die unter No. 15 und 16 angeführten, det^jroJlkojn^uien Streckung des Unterschenkels iiu Wege zu stehp. j^ iii?Mfc,4*>> M^^ÄiÄi; .^m v>i*» '.*in ■: 10. m. ^ectinaeus setzt sich dicht unter dem m. iliacus internus an. 11. m. adductor feraoris ist nicht drei- son- d^p mebrjcögligj. ^S!^ IP^'^^^®^^^ ^^'"^ Köpfe: der hinterste ist schmal und lang, entspringt dicht über dem Sitsbeinhöcker vom ramus adscendens ischii, und setst sich oberhalb des condjlus internus an den Oberscheol^el ; der zweite^ etwas weiter nach vorn liegende Kopf ist der breiteste, an seinem Ursprünge ziemlich geQau>ini,t deJ^ vorigen verbunden, und in- — 44 — serirt an der ganzen untern Hälfte des Oberfchen- ^ kels, und «war an der Mitte der hintern Fiachc'dejs- selben, wahrend der vorige mehr an der inn%#$ Seite bleibt; der dritte Kopf iit breit und dünn, entspringt vom Gracilis bedeckt von der ganzen Sym- physis pubi«, und aetxt sich aponenrotisch über dem vorigen, etw« bit -zur Mitte des Oberschenkels an; d«ririefti^«ehmale Kopf entspringt vom vordem Ende der Schaambeinvercinigung, und hat für seine Apo- neurose denselben Ansatz als der vorige^ von dem er aber deutlich zu unterscheiden ist; endlich der fiinfte Kopf ist nur sehr kurz, entspringt 'von dem vofigen und dem m. pectinaeas bedeekt vom'Vordem Winkel des Schaambeins, und setzt sich dicht unter letzterem an den Oberschenkel« 'Bli<'li^)i f?*.'^ ' ""'1l^'*m ti'bfalis anticus ist tief herab fleischig und inserirt an der untern Fläche des ersten Keil> beins. Zwischen diesem und dem folgenden Muskel findet sich bei Inuus und Cynocephalus ein besonde- rer, ziemlich starker Muskel, welcher vom Schien- uad Wadenbciile enti^ringend mit einer langen Sehne an die innere Seite der Basis der grossen Zehe geht; bei Cercopithecus ist dieser Muskel nicht so deutlieh gesondert, sondern erscheint als ein zwei- ter Kopf des Tibialis anticus ; jedenfalls aber ist der- selbe als ein m* abductor longu^ hallucis zu betrachten« r •ti« -^ 46 — '• '^ 2. m. extcnsor longus h all u ci s Jseigt nichts Abweichende». ' '^''^^^- -tu^-n^. 3. m. extensor digitorum communis lon- gus ist verhältnissmassig schwach, und seine Spal- tung in vier Sehnen geschieht ewt auf dem Fuss- rucken* .,,.,4-^/- .-»>»ijs«^ i*j,:* -afÄ ^f..? ^i'^ii^^tii-. iöw^^^W-.f«'?«»»««« »»revii entspringt von der Mitte der Fibula abwärts von deren vordem , beson- ders aber äussern Flache, ist bi» Äi|r Jli^e fjinter dein inalleolus externus fleischig, und setzt sich mit starker Sehne an die äussere Fläche der Basis de» fünfteil MittelfuisknochfOlff^ K ^ 5/ W'^eVoftäeil« tertiui entspringt dicht über dem vorigen Mu«k^,' i«t abef' bcfm ÄfFcn cfH m. abductor digiti quinti longus, denn er geht, an seinem Bauche von dem vorigen und dem fofgeffileif Muskel elngesehrosöen, neben diesen mit seiner dünnen Sehne durch dieselbe Scheide, nm endlich an der äussern Seite des erstieit Gliede* der fünften Zehe sich mit det für die«e*beüHmittte Sehne dei^'iilf «rtcnsor communis digitorum longus «u ver- binden; Mectetneant diesen Muskel einen eigenen Strecker der fünften Zehe, womit ich aber deshalb nicht einverstanden bin, weil derselbe" rfioht wie die Extensoren der Zehen und wie der Feronaeus tertfu^ beim Menschen von der Dorsalseite des FussüS lier- konunt, sondern mehr nach der Volarseite «u und gans nach aussen liegt. — 47 - ^^ Q^ m. peroiiae^s longus zeigt nichts Bemer- ken swerthct;**^*'' " *i> 7. m: * gastrocnemiuB crsheint mehr in Ale Länge gezogen , sonst aber nicht 8ch\rUcher als heim lifeTb«chen, ? 'v 10. m. soleus entspringt von deir Mntem FVk- che des äussern Condylus der Tibia und von dem Köpfchen der Fibula, und ist fast bis «um GaI«»^U» herab vom Gastrocnemius %n trennen* U. ra. flexor digitorum communis longus hat an seinem Ursprünge nichts Abweicheftdet, und beiitat auch eine caro quadrata, welche von der äussern Fläche des Calcaneus entspringt. Er spal- tet sieh erst am FuMO in die für vier Zehen be- stimmten Sehnen, und von diesen >nd die beiden Innern so innig mit der des m. flexor haUucis ver- bunden, dass bei seiner Wirkung die grosse Zehe mitbewegt werden muss. <^ 12. m.flexorhallucii longus ist sehr stark, zumal an seiner untern, hauptsächlich vom ligamen- tum interosseum entspringenden HiÜft«,,%i^,m^ nur für die grosse, sondern auch für mehrere an- ^fS^,Z^pn\>t9tmnit, denn er läuft in zwei Sehnen •wi, von denen 4ie innere allein zur grossen Zehe geht, die andere dagegen sich wieder spaltend an die «weite und vierte Zehe geht, um mit den Seh- nen des gemeinschaftlichen Beugers «u verschmel- sen. Die für die grosse Z^he bestimmte ,Behne desselben geht zwischen den dem lange» gemein- ichaftUohen Beuger zugehörigen Sehnen für die — 40 — sw^ite und dritte Zehe hindurch , und verbindet sich dabei mit beiden so genau, dass man hinter der DurchgaQgiUtelle nur mit Mühe unterscheiden kann, w eiche Jäehne dem Fiexor hallueis und welche dem E|j9;t9r «communis angehört* Naeh Meckel soll die ^i^jBitst erwähnte Sehne dieses Muskels an alle vier Hassern Zehen gehen, und nach Cuvier an die dritte uud vierte; mögUclLer Weise kommen hierin Varietäten vats^M^ ^er>ilie Hauptsache nicht ändern* ' «^ **4»»>» - > ^^^-"^CVf^^^^mü'sWfn am Fusse. 1. m* flexor digitorum communis bre- ¥ iji . ift nirgends an Knochen angeheftet, sondern entspringt theils von der Sehnenhaut der Fusssohle, theiU von der noch un|;et^eilten S|ljne des langen genieipschaftlichejA Pcugcrs, upd geht mit drei Seh- nen SU den drei ftussern Zehen« Zu ihm tritt noch eine kleinere i^ortion. welche neben dem 4^ductor hallucis brevi? Hegt, vpn der untern Flache d«s Fersenhöckers, hauptsiichlich aber von der fascia ^I^ntaris entsprijg^^, ^pil |:ur2weiten^^ehe geht. i£^iäl4l^riirgcif weiter naek innen' aU Ueim MetwMiiien^, -«äinUti^'iim l^HiflibMi^^ittelfusskuoch«», und setKen sieh nieht bJUM an. die Basis, sondern an das ganze erste Glied der Zehe an. .-^ . ^^^^^^' 5. ni. abductor digiti minimi brevis kommt vom aussersten Ende des Tuber calcanei, bikoW«^' Me' beim Mewhe» aoeli whefi'* »weiten itbpf vom W'ürfelbeine , und geht mit einer langen Sehne ans erste trlied* ^ -^ ' "C m. flexor digiti minimi brevis isf an seinem Anfange mit dem zweiten Kopfe des vorigen 7. inm. interossei interni haben diesal&e Einrichtung wie die gleichnamigeiv lUÄ der men«^- liehen Hand. SiV eatspnngcni^'^vim^^lSeij^Äa^ MiÜ^teKwknochen der zweiten, dritten und vierten 2eJie^'«Ad gek^4Ui die der Mittelzehe zugewendete Seite der zweiten j feierten und.fliftfteÄ 2^«,' '»» ^»•^ diw mittlere Zehe^ k«i«e»*i>^«^eh«» Muskel bekomjnt» «*> • - «.^i.^ »^.^* Ä^» 8» m. eTttmntoT digito-mm com»'gieichnhniige«i Muskefn an der 4fl«li«ehrHchen H^fid^ inur^ mit dem Unterschietle, dass sie nicht von je zwei Mittelfussknochen, son- dern- von^'d«r K«k« eines MittelfiissknochenR mf- ^riflgiNi'^ :m'ii>^eHi»f i^# ftlrt' elften Zehengliede ge- hen ; lind dass ferner ein überzähliger sich aiieH hn Atr ati9Sefir^8ieitriler iweiten Zehe befindet. öetracStung der*' Muskeln des Affen, insofern sie einen Unterschied desselben von dem * .^f. MfnsjßheaJ^egründen» ;^^%^M^Mniteflende Beschreibung zeigt uns in den bei weiten m^(;«tt^M4tafcelii^ dos-AftenkÖrpers eine grössere odter geringere Abweichung von der mensch- lichen Bildung; aber so zahlreich auch diese Ab- w^ic^^ngeo jiiein wdgea^ sie könnten bei der grossen }^iyill|||f|«i^yi|iek^«4#]Ftid» dem Muskelsysteme auch Vei ein und derselben Thierart vorkomi^e^en .ya,- rielbli^ , und bei der Abhängigkeit der äussern Forni der Httil^ftn von der der Kmochen, nur von geria- j^ Wiehti|fkei|i für uns sei», wenn wir nieh* die Fanl^tionen d«r Muskeln, die Art und Weise der ^Mrch MAhervorgabEachten Bewegung zu bestimmen, 4* -^ 52 - wenn wir uns niclit datlurch ein BUd- voti^fd^n alu tiven' Verriclitungcn und der Lobenswcis* de»^1?fc.ie- res ÄU verschaffen, und wenn wir nicht e^K«h hiernaeh den Standpunkt auf w>d<^n die Natur dkse« Thier €^««^^^1* hat, niitHln »d»« Veihältaiw ^easelhen buv Men«chheitj 2ai?^ibfjMrtfceywiw¥«r«ttchen wollten.' ,.'..»»* ;.;->*-'^i •«mdern auch - 53 — di% freiste Bewegung der Oliedmasson möglich ge- jnncht wird; en^eh die ÜHnde, diese bewiindems- wijrdigen Werkzeuge, welche Werke der Kunst zu schaffen^ und musikalische Instrumente zu heieben vermögen , hat der Mensch tot allen Thieren vor- a«8, und alle verdankt er, soweit sie nämlich über- haupt dem Körper angehören, fast lediglich der be- sonderen £iDriohtung seiner Muskeln. Indem nur die MwkelB t.Clegeii«taiid dieser Abhandlung sein sollen, will ich es versuchen, mich ledtglieh auf ein« «erglmehende Betrachtung dieser beschrankend darsnithun, dais in allen den eben genannten Punk- ten der AfTe dem Menschen sehr fern stehe, und sich nicht von der Reihe der eigentlichen Thiere losmache, ■*. ! Das Antlitz des Mensohen itt mit t einem sehr reieb'CA Apparate.^ von. Muskeln versehen, welche deili''fO**fchtc bis in die kleinsten Theile die man- nigfaltigsten Bewegung««! if^ttbeilen können. Zwar laufen die meisten dieser Muskeln in convergiren-' der Richtung nach dem Munde zu, so inseriren na- mentlich in der Oberlipi^ . allein sieben MiiskeU paftr«^yi^)«l^^|ed«>^'^inKdln« hat eine besondre, von der der andern abweichende Bewegung, und -ist de»-- halb i^ueh weniger als dies an jedem andern Kör- pertheile rder Fall ist, mit. den ihm benachbarten: Muskeln verschmolzen, vielmehr durch interstitielle Fettmassen, die auch bei dem magersten Individuum nie ganz fehlen, t. in seiner SelbststUndigkcit be- — 54 — wahrt- Da dieser Muskelapparat unter der un mit- telbann Herrschaft gewisser Sinnesnervea «teht, giebt er mit Blitzesschnelle jede Regung der Seele, and zwar auf eine besondre, und unterschcidbÄrc Weise kund, es sei denn dass Ueberbildung die Ge- siehtsnerven gelehrt habe, die^ RcgungeÄ der Seele SU verheimlichen , oder gar nicht viHPhandeiie ay«i- mttli«>e#l''' Gans «nderrs verhält es sich mit den Thie- ren; sie vermögen nur im Allgemeinen die aufregen- den und die deptimirenden A4«» ü«- behasens, der Furcht umX der Trauer durch Er- seklftft'ung aller ihrer Muskeln, namentlich der eri- girtodea^^ ini — tbümlicb zukommt. lÜerbei ist nun nidit su über- sehen »^dass nicht allein die erstgenannte Bewegung ecttt' durch die Mitwirkung des in dem Mundwinl^i endenden Theiles des Hals^ und Gesiehtthautin«!«« keU vollständig gemacht wkd, sond^rnc dass auoh dieser Muskel tlberhau^ .Mig mk den beiden jene Bewegung h«rvef^ng«nden Miiskelpartiera veiv> ifltimtorteefi tut» und «ie, xumal die untere, bilden hiji£t; und dass dergelbe endlich einige Bündel selbst bis zu dem i^^chliesscr des Auges in die Höhe aehidct.. £« niBSf alao die schon an und für sich geringe Be- weglichkeit des Gesichts bei dem Affen noch grossen ^lieijft jmf H^Jbnung d^^JMahaulwwkeli komsueit, WJii «Bf /Jim so wiehtiger erscheint, wenn wir be- dmiken> dass dieser, als dem Hautsjstem« angebd^ xig wohl hauptsächlich unter dem Einilusse der BÄ^kenmurksnerFen steht; wenn auch allerdings bei d«m Ji|en»eh«n Z WMg« von >«iaigen Hirnnerven bis in die Haut des Halses eindringen. So glaube ieh denn nicht mit Unrecht behaupteirxttlcöniienydaiw \vUhrend die Gesichtsjnii«k«In> deftJÜeineheB durch ikmikm^n ¥^** mannigfaltigen Bewegungen treue "V^künd«» dM:^Aißlenzustandcs sein können, die des Affen nur zu wenigen, gemeinsamen BeHM^^gen befikhigt» ^ nnd dabei gleichsam in de». Hautsysteme imtergegangen »ind. Das Hautsystem ist überhäuft dM deckender uüd schützender Apparat bei de» Sau- gethieien mehr entwickelt als bei dem JMlemjchen, bei welchem dasselbe dagegen mehr zunt Geiühlsorgan — 57 — f^enrordeu ist; bei ersteren linden sich daher auch die BeweguDgtorgane der Haut, die Hautmuskeln, sttkrlter iiasgel)iidet, während der Mensch derselben weniger' bedarf. So «oheiiifc es mir denn ein wesent- liehery hier beiläufig su erwähnender Unterschied det Affen von dem Mensehen zu sein, dass ersterer nicht nur den Halshautmuskel mit dem soge- nanntea Gesichts hautmuskel sehr stark entwirkelt xeigt, ioiidero^wich eoBMi dem Menschen ganz ab- gehenden Bauchhautmuskel besitzt. Von dem Orange Utaag wird «war behauptet, dass sich bei ihm auch ketH Bauchhautmuskel ^4«^^ indessen seheint mir derselbe zu wesentlich zu einem behaarten Felle zu gehÖr^i, als das« ich diese Behauptung nicht be- zweifeln sollte, zumal dieser Muskel, wenn er sehwaeh ist, leicht mit dem Behuf» 4es Ausstopfens ffeschonten Felle entfernt wird. Von diesem Mus- kel seheint mir übrigens noch bemerkenswerth, dass er bei denwAffen an seinem vordem Ende in -eine regelmässige Sehne übergeht, und mit dieser an dem Oberarmknochen inserirt, was bei andern Thie- ren nicht der Fall zu sein pflegt, und wonach dem Afme de» Affsn d^s V«rmdgen einen gewissen Ein- iluss auf die Haut des Rückens auszuüben zukom- men muss. Als zu den Hautmuskeln gehörig, odei- wenigstens nahe mit ihnen verwandt sind wohl auch die auf der Schädeldecke sich in die galea aponeu- rotica inserirenden Muskeln zu betraehten, und es scheiat daher ng^t jener stärke^n Entwicklung des — 56 — ^ Haiitsysteins bei dem Affen überhaupt zii«uiimen- zuhiui^^OBiy 4]as9 auch diese Muskeln, nmoentli«^ die Be«ceger des Äussern Ohrs (II. No. I, 2, 4) so sfnrk ausgebildet sind, daher die galea mit .einer MiiskeU Schicht ganz überzofj^en und die Ko{»fhaut sclir be- w^lich erscheint; ganz- ^««ßdersi scheint «-noch ei- ner Erwähn unfie<2u ^«^ieA«B$ dasa ^er nwifrentiaJis bffiMbniJ^ffen die Kopfhaut stark nach vorne ziehli^ wahrend er bei dem Menschen, mehr Beweglichkeit in sich selbst besitzend und weniger hei seinem, soujit so grossen Nachahmungstriebe dochunfiUiig sei, jucnsch«* liehe Worte nachzuplappern, will ich darKiitbun versuchen. Von den bei den meisten Aftcn zwi- sehea^dem^jZnngeolMaaeßiind dem Sciiiidknorpcl vor* kommenden Luftsacke, welchen ich bei einem männlichen Cjnocephalus bis su dem Durchmesi^cr von %vi«r Zollen ausdehnltar «gefunden habe, und welcher ganz gewiss die Stimme bedeutend verän- dern und schwäciieu muss, so wie von den Verschie- denheiten, weishe^jueh in den Knorpeln und Bau- -^ 60 — dem des Kdhikops fiaden, und welche Brandt sehr genaU' besehrieben hat, hab« ich hier, als avfwer meinttni' €regeii»tande liegofid , nicht zu reden. -Die. eigenthümliehen Muskeln deg Kehlkopfe aber, welche hier einer Betrachtung %u unterwerfen wären, «ei- gen sich nach meiner Unterauehiing (iV.Njp. 11.) nicht wesentHob von ^«b menschlichen yeriehieden, dvttil^^ätoNf ieh die Beweger des Kehldeckel« nicht auföadea konnte lag vielleicht nur an individueller Schwachheit derselben; die geringeren Abn^iehttii'b gen ab^, welche ich an den vorhandenen Muskeln wahrgenommen habe, werden erst dann gewürdigt wetäea können f wenn msm'idin eii»«hien'Thett« de« K«hlkepfB nach dem trefflichen Vorbilde J, Müller's gans zu deuten gelernt haben wird« Sonach bleiben mir nur die mehr im Allgemeinen deB Sprachorga- nen dienenden Muskeln «ur vergleichenden Betrach- tung übrigi Wenden wir nun sunaehst unsern Blick auf die Bewegung des ganzen Kehlkopfs und des Zungenbeins, so linden wir' erstens, das» 4>ei ^ew. Affen der m. sternothywwidei« und der m. " stewier- hyoidesit-(lV. Nr. 1,) wenigstens an ihrem hintern Theile gans mx^' einander verwachsen sind, mithin Zungenbein und Kehlkopf der Bewegung nach dem Bru8d>eine hin, wenn sie irgend bedeutend ist, im- mer gemeinschaftlich Folge leisten müssen; wir se» hea zweitens, dass der m. hyoglessus und d«p m. hyethyreoideus (IV, Nr. 3.) beim Affen nw einen Muskel ausmachen , dass mithin das Zaogcnbein — 61 — nicht für sich allein »ein Orteverhaltniss zur Zunge oder stini . K«Mkopfe verUndern knnn, sondern an der Bewegwig jener beiden Antheil nehmen muss; wir findeir endlieh dritten« die seifostständige B«weg- liekkeit des Zungenbein« noch dadurch bedeutend verringert, dass der m. digastrious, nach seiner unter IV. Nr. 4. beschriebenen Bildung, keine nn- inittelbare Wirkung auf dasselbe ausüben kann, son- dern nur daau dl«iit7>"tiil^ d^K^ ganaen Unterkie- fer herabzuziehen und den Mund su offnen, tbeils imt deaa ^ln..i «r3rlohyoideu« (JV. Nr. 6.) gemein- schaftlich eine feste" "^Irtnidlage für Zunge and Mundhöhle überhaupt abzugeben. Wenden wir uns ferner zur Betrachtung der Zunge und der die Mundhöhle begriinzenden Muskeln, so finden wir erstens, dass nicht aliein it^ >^anji^ ^beim äussern Anblick« Mng, platt, eckig und steif erscheint, (ioifdeni''datfi auch der m. genioglossus (IV. Nr. 8.) sich fast der gaiiae»»'JMiii^^-:n»ieh< in Ihre' untere Fläche einsenkt, dass ferner dieser Muskel so wie der ni. hj^oglossus und m. stjloglossus (IV, ^r. 9,) «ieh tief in die Zungeasubstanz hinein verfolgen t kai ^ ft HolMw »sgyie ;VHBatei8ehnng ihrer gegenseitigen Muskelfasern zu zeigen, und dass mithin die Zunge wohl die Hftuptbewegungen gleich der menschlichen ausüben kann, aber viel ..weniger Bewegliehkeit in sich seibat besitzen muss; wir bemerken dann zwei- teas, das« a^wohl 4er m. subcutanen« colli als der m, buecinator {11^ Nr« 12.) sieh auf der Backentasche - m -^ in ihr« eUiMlne»! MH«fc«fhünitel ftuft»«efi HhÄ<«n der- selb«i*^*senthelfs ohn« festen InscrtiönsfWikt en- ^igm^ ?a«Bd >da8R mirtiirt die Mundhöhle der Affen bH wci*«i«» weniger feste Seitenwwiduftjijen besitzt als di« des Mensehen; wir «eh«n-dttim drittens, dass das Gaumensegfei mit.^^w«*! M««keln* ^mr un- vollkommen ««»i^ebildet, die «f»U' gans verkilm- lüertuiwl '«i* k«in«»n Mwsk«! versehen, nnd der ra»^^aryBRopalatinus (IV. Nr. 14.) gar nicht als hinterer Gaumenbogen tm Oesiteht fctrtmn«^ «fl4 dftts mitbin die Muifilhohlc des Affen auch nacb hinten bin niebt so vollkommen begränzt ist als di« de« s«ilbei«iieli*hin»lefetii der vordem Begrnnxung der Mandböble stattiindtty indem d€* «Ti'^bfifltlSöP&^t«?« (II. Nr. 10.) nur schwach entwickelt, mithin die Lippen -nur wenig fleisehig sind. Hiernacb schei- nen <«Si^ iMangel* WH ^«elb«€8titndiger Beweglichkeit des Kebikopfs und ^iia4eiwiit$«ite hergenommen #ofd ^H . Es scheint mir daher nicht iiherniissig zu sein, hier ifiii^?; Kürze aus der obe« gegebenen Beschreibung der Muskeln des Aifen diejenigen herauszuhebeff und xuBuramen lu stellen y^JHfelehe denselben uLr nicht zum aufrechtieaCrange orgahisirt erkennen lassen;*' ^^^«»^iiil^^nK'^li^uMaris (V. No. I), rhomboideus ( V, N4>. 3> ) f « pJl# 1)4^1^1 ^A^ N «/* 8»> und. ' » t « r n ö^ cieidoiuastoideus (III. No. I). Bei den auf vief Füssen gehenden Thiercn würde das Gesicht ganz gegen den Erdboden gerichtet »ein, wenn nicht das Bint^hmis^Q^^nnii^^ die Verbindung des Kopfes mit der VVirbeUiiule bei ihnen mehr nach hinfefi gerockt wäre als bei dem Menschen; dadurch ge- winnt aber der vordere Theil des Kopfes noch raefi^ .4Htii.iuÜJiien die Nackenmuskeln bei — 64 — den ¥jerfÖMigen Thieren durch besondere Starke odef durch eigenthümliche Anordnungen io .ihrer Ac- ti^ unter/stütKt werden» Hiernaeh ist es zn erklä- ren , da«i die genannten Muskeln beim Aflfen niiJit aHein veih<nissmägsig stärker ak beim Menschen aind) sondern sich nach ao hoeh oben an jei^e Quer- leiste des Hintcrkofrfesawetjcen, welche hlnsiehts diMp IniMiitivn jeben dieser Muskeln awar der mensch* liehen Ünea semicircularis supcrior ossis occipitis analog ist, im Uebrigen aber ganz von ihr fibweieht» ^ß, ßie theÜs sehr stark hervorspringt, theils ganz an dem vorderen oder oberen Rande des Hintec- riwJJ. m* l^n«»«»*»^«^ dorsi (V^No. 10), spie- Hill,» XV* N ou 8) , c «r vi »al i • d*»c en^leDs (V. No. 11), und trachelomastoideus (V. No, 12). Di« «wfrechte Stellung des Menschen gewährt auch seinem Jianpt« die grdsstmögüchste Beweglichkeit; diese hUngt aber nicht blos von der Verbindung it» Kopfes mit dem Atlas und £pistr«phftnS',v.-soAdeirn ganz besonders von i der fecienBeiwfgüpg- des Halses «^^^^lf])\#l|y> ist der Hals bei dem Menschen am frei- 8tmEi,,bewi>gUcliy.^Jtriihrcnd seine Beweglichkeit bei den yierfüssigen Thieren im Allgemeinen (die l*«jg« haistg^^id^ Kopf hochtragenden machen «in« Aus- nahme) beschränkter und gleichsam in der Streckimg «^Klargegangen erscheint. So finden wir denii bei dem Aifeu wie bei den meisten ^uadrupeden -den lan- gen ilüiijl|;^nmu8kel zugleich den queren Naekenmuskel — 65 — darstellend, «len riemenftirmigen Muskel des Halses fast gaiU! in dem des Kopfes untergegangen und * nur durch eine Zacke desselben angedeutet, endlich den absteigenden Nackenmuskel und den Nackcn- 'tvarzenmuskel nur sehr schwach ausgebildet. rt 3. m. serratus anticus major (VI. No. 5), Icvator scapulae (V»No.5), rhomboideus (V. No. 5) und acromio-basilaire (V. No. 4). Da bei dem Gange auf vier Füssen die vorderen Extremitäten einen grossen Theil der Körperlast zu tragen ha- ben, muss das Schulterblatt bei den Quadrupeden mehr befestigt sein als bei dem Menschen, und na- mentlich muss verhindert werden, dass dasselbe nicht zu sehr nach oben gedrückt, oder, zumal beim raschen Laufen und Springen, nach hinten geschoben werde. Dem genias« sehen wir bei dem Affen wie bei 4f!ji meisten Quadrupeden , namentlich den yeifrenden Thieren : den grossen vorderen Sa- gemuskel sehr stark "und * mit dem Aufheber des Schulterblatts verbunden, so dass er hauptsächlich das Ausgleiten des Schulterblatts nach oben, zu- gleich aber auch mit dem Aufheber zusammen das nach hiii^n,,^n49 4a' er zum Theil von hinten her* kommt, auch das nach vorne verhindeiTi kann ; ferner den rautenförmigen Muskel selbst weit nach vorn rei- chend und ausserdem mit einem besonderen , bei dem Menschen nicht vorhandenen Theile versehen, welcher an dem Hinterhaupte inserirt; endlich einen eigenthümlichen Heber oder Vorwartszieher des 5 — 66 — SchultcrbUtteg, der hei allen vierfiissigren Thicren, dagegen bei dem Menschen gar nicht gefunden wird. i4, m. rectus ahdominis (X No. 4), und mm. obliqui ahdominis (X, No. 1,2). Bei dem Gange auf vier Füssen ruht die Last iler Bauch- eingeweide fast lediglich auf der voirdcm Bauch- wand, jvelche deshalb besonders befestigt sein muss; es geschieht dies aber hauptsachlich durch den quer- laufenden und den geraden Bauchmuskel, und zwar hinsichta des letzteren mit dadurch, dass er sehr weit nach vorne an der Brunt inscrirt; so finden wir denn denselben bei Rauhthieren bis zum vordem Ende des Brustbeins ^ nnd b^dwrti- Affen wenigstens bis zur fünften Rippe reichend. Bei dem aufrechten Gange dagegen drücken die Eingeweide hauptsäch- lich auf das Becken, zum Theil aber auch auf den «ptern, durch die breiten Bauchmuskeln gebildeten TheU der Bauehwand; «s müssen daher bei dem Menschen die Behufs des Austrittes des Saamen- stranges, der Blutgefässe und d^r Ncrveb 'der un- tern Extremität nothwendigen Oeffnungen möglichst gesieliert sein, was bei den vicrfüssigen Thieren nicht in dem Grade nöthig ist; daher fin«len Avir denn sowohl den Leistenring, als den Schenkelring bei dem Affen viel weiter geöffnet als beim Menschen. 5. mm. glutaei (XIV, No. I, 2, 3), pjri- formis (XIV. No. 4), gemini (XIV. No. 6.) und quadratus femoris (XIV, No. 7), Bei dem Menschen wird nicht nur das Gehen durch eine — 67 — ^hrehende Bc»vegung des Beckens bc^ünstiirt, nondern es gewinnt auch der ganze Körper beim Anfreeht- stehen dadurch an Festigkeit, dius die Oberschen- kel , und mit ihnen die Füsse nach aussen gedreht sind; deshalb sind bei dem Menschen die Rollmus- kein des Oberschenkels stark entwickelt, wahrend das Thier hei dem Gehen auf vier Füssen tierselben weniger bedarf, Demgemäss rollen die GesiLssmus- keln und der viereckige Schenkelmuskel beim Affen den Oberschenkel gar nicht, sondern heben ihn nur nach hinten in die Höhe, und von den eigentlichen Rollmuskeln sind die namhaft gemachten nur schwach entwickelt. 6. m. latissimus dorsi (V. No. 2) und sub- cutan eus ab domin is (I. No. 2). Beim aufrech- ten Gange bedarf der Arm in der Regel keines her- abziehenden Muskels, da er durch seine ei"-cne Schwere abwärts sinkt; der breite Rückenmuskel tritt daher bei dem JMenschen . nur in dem Falle in Thätigkeit, wenn entweder die obere Extremität eine Hemmung erleidet, oder wenn bei Befestigung derselben der Rumpf gegen diese hingezogen wer- den soll; viel beständiger wird dagegen die Action dieses Muskels bei den vierfüssigen Thieren in An- spruch genommen, da die Rückwärtsbewegung des Vorderfüsses , namentlich beim Gehen, grösstentheils durch ihn bewirkt wird. Bei dem Affen finden wir nun aber den Latissimus dorsi nicht allein stark, sondern noch mit einem zweiten Kopfe, oder einem 5* — 68 — besonderen Muskel versehen, welcher von seiner Sehne zu dem Ellenbogcnhöcker herabgeht. Ich möchte verniuthen, dass dieser Muskel ganz be- sonders bei dem Vorneüberwerfen des an den vordem Extremitäten hängenden Körpers in Thil- tigkeit tritt, welche Bewegung bekanntlich von den Affen so geschickt ausgeführt, dem Men- sehen aber nur mit grosser Anstrengung und nacli mehrmaligem Hin- und Herschwenken des Körpers möglich wird; denn wenn der Affe z. B. mit den ge- streckten vordem Extremitäten nn einem Baumaste häno-t, und sich vorne überwerfen will, wird er den breiten P.ückenmuskel wirken lassen, flectirt er nun den Arm, und spannt er damit zugleich jenen zwei- ten Bauch des Latisiimus an, so mus« dieser letz- tere nach vorn gezogen und dadurch bedeutend in seiner Wirkung unterstützt werden» Noch ist zu erwähnen, dass bei dem Affen der breite Rücken- muskel auch durch den, ihm nicht ganz unähnlichen Bauchhautmuskel in seiner Wirkung cinigcrmassen unterstützt werden muss, ^:M;'*i^ :^u«a.. 7, m. gracilis (XIV. No. 8), sartorius (XIV. No. 9), biceps femoris (XIV, No. 15) und semitendinosus (XIV. No. 16). Dass diese Muskeln beim Affen wegen ihres sehr tiefen An- satzes und gespannten Aussehens der vollkommnen Streckung des Kniegelenks im Wege stehen, ist bereits bei ihrer Beschreibung erwähnt worden, und sie können demnach beweisen, dass der Affe wenig- — 69 — stens zum vollkommen aufrechten Gange nicht organisirt ist. 8. Die männliche Ruthc des Affen hat eine mit «ler der Quadrupeden mehr als mit der des Menschen übereinkommende Bildung und Stellung, ist nur zu der den vierfüssigen Thieren eigenthümlichen Weise der Begattung eingerichtet, und deshalb auch mit von der menschlichen Bildung sehr abweiclicnden Muskeln versehen, deren Beschreibung bereits un- ter XII. No, ] , 2 gegeben und hier nicht xu wie- derholen ist. 9. Endlich möchte wohl der Besitz eines Schwan- acs als nicht mit dem aufrechten Gange vereinbar zu betrachten «ein, und es erscheint «luher beiner- kcnswerth, dass auch die sogenannten ungcscbwUnz- ten Affen, wenn auch die Anzahl ihrer Seh wanr- wirbel nicht die unsrer Steisbeinstücke übertrifft, dennoch eigentlich einen Schwanz besitzen, da diese ihre wenigen Schwanzwirbel mit allen einem langen Schwänze zukommenden Muskeln (mit Aus- nahme eines Seitwärtsziehcrs, den ich bei Inuus nicht gefunden habe) versehen sind. Wir kommen jetzt in unsrer vergleichenden Be- trachtung zu dem vierten Vorzuge des Menschen vor den Thieren, zu dem Besitze der Ilündc. Die- sen Vorzug hat man aber bisher dem Menschen noch nicht vollkommen zuerkannt, da man das Geschlecht der Affen mit dem Namen Quadrumancn belegt, mit- - 70 - hin denselben so^^ar in «Hescr Beziehung den Vor- r.tng vor dem Menschen eingeräumt hat, indem ja doch offenbar die Iliinde auf einer höhern Stufe der Organisation stehen als die Füsse. Man schreibt allgemein den Affen den Besitz von wirklichen Hän- den deshalb zu, weil man das ch8ractcri«t«iche Merk- mal einer Hand allein in dem entgcgenstellbaren Daumen finden zu müssen glaubt. Dass dies ein Irrthum ist, dass zur Darstellung einer menschen- ähnlichen Hand mehr Eigenschaften erforderlich sind, als der blosse Besitz eines entgegenstellbaren Daumens, und dass dem Affen diese Eigenschaften grösstentheils abgehen, derselbe mithin keine Hand besitzt, will ich darzuthun versuchen ; und da dieser Gegenstand, soviel mir bekannt ist, noch nirgends- wo zur Genüge erörtert ist, erlaube ich mir auf den- selben näher eingehend hier selbst von meinem ei- gentlichen Thema etwas abzuschweifen. Es scheint mir zunächst nöthig, den Unter- schied zwischen Fuss und Hand iju Allgemeinen festzustellen; dies kann aber nicht ohne die Be- trachtung der ganzen, dem einen wie der andern zugehörigen Entremitüt geschehen. Betrachten wir zuförderst die Verrichtungen unsrcr Gliedniassen, von deren organischem Baue ganz abstrahirend, so finden wir, dass der Haupt- zweck der obcrn Extremitäten in Adtraction, der der untern Extremitäten in Repulsion besteht; mit- telst ersterer nähern wir fremde Gegenstände unsrem — 71 — Körper, oder ziehen in selteneren Fallen unsren Körper zu einem andern, festen Gegenstande hin; durch letztere dagegen stossen wir entweder fremde Gegenstände von uns weg, oder suchen im gewöhn- lichem Falle unsern Körper durch Abstossen von einem festen Gegenstande fortzubewegen. Dies gilt durchaus nicht blos für obere und untere Extremi- täten des Menschen, sondern findet auch auf die vordren und hintren^^ Gliedmassen aller vierfüssigen Thierfe Anwendung. Am deutlidhsten können wir uns davon überzeugen, wenn wir den Gang eines Thieres unter irgendwie erschwerenden Verhältnissen beobachten; läuft z, B. ein Pferd bergan, so greift ^ es mit vorgestrecktem Vorderfusse möglichst tief in den Erdboden ein, um an diesem Punkte festhaltend durch Contraction der Vorderextremitäten den Kör- per empor xu ziehen, und ■ gleichzeitig tritt es mit nach vocBgeb9g>ewem Hin terfusse fest auf, um durch Streckung dieser Extremität den Körper von dem ^ betretenen Punkte ab nach vorn 58U'«ohieben. Nur auf diesem Heranziehen mittelst der vordem, und dem Vorwärtsschieben mittelst der hintern Extremi- täten kann der Gang der vierfüssigen Thiere beru- hen, da bei ihnen nicht so wie bei den Menschen eine veränderte I-age des Schwerpunktes des Kör- pers, und eine drehende Bewegung des Beckens mit in Betracht kommt. Dasselbe Verliältniss zeigt sich auch bei Ver- richtungen, bei welchen der thierische Körper als — 72 — fester Punkt erscheint. Will z. B. ein Hund ein Loch graben, so scharrt er mit den Vorderfusten die auszugrabende Erde zu sich heran, und wirft dann die bereits ausgescharrte mittelst der Hinter- füsse hinter sich fort. Die meisten vierfüssigen Thiere ziehen ihre Nahrung oder ihre Beute mit den vordem Extreluitaten zu sich heran, oder sie er- fassen im Kampfe ihren Feifid mittelst derselben, um ihn in das Bereich ihrer Hauptwaft'e, gewöhn- lich der Zähne, zu bringen; selbst das Pferd, bei dem die Vordercxtremitat am Meitesten von der Or- ganisation der Hand entfernt ist, scharrt das etwa zerstreutliegcnde Futter mit dem Vorderfusse heran, und wenn es im Kampfe begriffen, gebraucht es den Vorderhuf nicht um dea Feind von sich abzuhalten, denn in diesem Falle kehrt es sich um und braucht die Hinterhufe, sondern wenn es von Kampflust beseelt selbst angreift, und zwar in der Absicht, den Gegner unter sich zu bringen. Ist nun Heranziehen der Hauptzweck der obern oder vordem Extremität, dagegen Abstosseu der der untern oder hintern, so muss auch noth wendig die Hauptaction der erstcren in Beugung, die der letz- teren in Streckung bestehen. Streckung nenne ich hier, abgesehen von der Form der einzelnen Ge- lenke, diejenige Bewegung, bei welcher das Glied die grösstmögliche Längendimension einnimmt. Dass jeder Streckung eine Beugung, und jeder Flexion eine Extension vorausgehen müsse, versteht sich — 73 — von seihst, es ist aber zu »nterscliciden, welche voa diesen beiden d«n ku erzielenden Eft'ekt hervorbringt, welche dagegen das Glied nur in die Lage versetzt, von welcher aus die eifektuirende Bewegung mit Erfolg stattfind ei^ kann. Wollen wir z. B. irgend einen Gegenstand zu uns heranlangen, so müssen wir allerdings zuerst unsre Hand nach diesem Ge- genstande ausstrecken, aber es ist dann diese Streckung nicht effektuirend, sondern nur vorberei- tend , indem das Hcranlangcn nur erst durch die darauffolgende Beugung erzielt wird. — Der obige Satz gilt nun in Betreff der untern oder hintern Ex- tremitäten ganz allgemein. Bei den Thieren wirken die Hinterfüsse nicht allein bei der Ortsbewegung des Körpers, sondern auch bei jeder andern ihnen etwa obliegenden Verrichtung lediglich durch Strek- kung; so gebrauchen z« B. die Einhufer ihre hintern Extremitäten als Waffe, aber ihr sogenanntes Aus- schlagen ist nichts andres, als eine vorbereitende Beugung der Hinterfüsse, auf welche eine rasche und kraftvolle Streckung folgt. Wenn der Mensch im Stande ist, einen Gegenstand mittelst der Füsse zu sich heranzuziehen, oder wenn er bei gymnastischen Uebungcn den an den Füssen hängenden Körper durch Beugung der untern Extremitäten in die Höhe zu heben vermag, oder wenn ein ohne Arme Gebore- ner mittelst der Füsse Verrichtungen der ihm feh- lenden Gliedmassen ausüben kann» so müssen wir alles dies doch nur als ungewöhnlich, und ausser — Te- iler Beitimniuog unsrer Fiisse liegend betrachten, da dieselben beim Gehen, liaiifcn, Springen, Schwim- men u. 8. w. immer nur durch Extension wirken. Dass ferner die Hauptnction der vorderen Ex- tremitäten in Flexion bestehe, hat für die vierüissi- gen Thiere wenigstens so allgemeine Gültigkeit, dass mir ausser der Bewegung beim Aufstehen kaum ii'- gend ein« Verrichtung bekannt ist, welche bei den* gelben durch Extension der Vorderfüsse erzielt würde. Kein Thier stösst mit den Vorderextfemi- taten einen Gegenstand von sich ab; will es dies, so bedient es sich entweder der hintern Extremi- tiiten oder des Kopfes. Sehen vir «tim das Tiiier beim Bergablaufen oder bei dem sogenannten raschen Barriren durch vorgestreckte Vorderfüsse seinen Lauf hemmen, so ist dies nur eine passive Exten- sion, kein Ausstrecken, sondern ein Gestreckthaiten. Anders aber verhalt sich die Sache bei dem Menschen; obgleich auch bei ihm Adtraction unbe- zweifelt der Hauptzweck der obern Extremität ist, so ist dieselbe doch fast eben so häufig durch Ex- tension als durch Flexion thätig. Eben so gut als wir mittelst der Hunde Gegenstände zu uns heran- ziehen können , eben so gut vermögen wir sie mit- telst derselben wieder von uns zu stossen, und nur wenn wir stärkere Gewalt anwenden, oder das Ge- fühl von Abscheu und Verachtung ausdrücken "woU len, nehmen wir. dabei die Füsse zu Hülfe. Wir können ferner ein und 4licselbc Verrichtung häuüg — 75, — ebensowohl durch Streckung als durch Beujrunp; voll- führen , so z. ß: die obere Extremität als Waffe ge- brauchend, ebensowohl durch rasche Extension, als durch rasche Flexion des Armes und der Hand Schläge austheilen. Bar, Katze, Affen nnd andere Thicrc vertheidigen sich auch gegen ihre Feinde in- dem sie mit den Vorderfiissen schlagen, aber dies geschieht immer so, dass sie zuerst die Extremität fitrceken, und dann cinie rasche Beugung folgen lassen, bei ihnen hat daher immer der Schlag eine Richtung nach ihrem eignen Körper hin* Die adtractivc Thätigkeit der obern oder vor- dem Extremität erscheint erst dann vollständig, wenn sie mit einem wirklichen Erfassen des heranzuzie- henden Gegenstandes verbunden ist. Zu dem Er- fassen ist es nöthig, dass eine Kraft von mindestens zwei einander entgegengesetzten Punkten her auf einen Gegenstand einwirkt, und dieses zu leisten ist die Hauptfunction der Hand. Das Erfassen ge- schieht zunächst durch Beugung der Fingerglieder, und wird um so vollkommner sein, je länger diese Glieder sind; es wird ferner um so sicherer sein, je grösser der Flächenraum ist, welchen die gebogenen Finger beherrschen ; deshalb tritt zu je- ner Flexion eine zweite Bewegung hinzu, nämlich die des Spreizens oder Abducirens der Finger, Die Hectirten Fingcrglieder können nur verhältnissmässig kleine oder dünne Gegenstande von «wci entgegen- — 76 — gesetzten Seiten berühren, es wird daher die Beu- gung und Spreizung derselben durch eine dritte Be- wegung unterstützt, welche' wir das Entgegenstellen oder Opponiren eines oder zweier Finger nennen. Wo das Glied nach seiner Organisation diese dritte Bewegung zu leisten nicht im Stande ist, oder wo das Opponiren einzelner Finger bei sehr grossen Gegenständen nicht ausreicht, da müssen die bei« derseitigen Extremitäten einander zu gemeinsamen Dienste entgegenkommen. Da das Erfassen um so sicherer ist, je enger sich die Hand an den Gegen- stand anschliesst, so kommt, zumal für kuglige Gegenstände, noch eine vierte Bewegung hinzu, nämlich das Hohlmachen der Hand. Alle diese Be- wegungen werden am vollstUndigsten von der mensch- lichen Hand vollführt, und namentlich ist die zu- ietztgcnannte nur bei dieser von einiger Bedeutung; die menschliche Hand ist mithin zum Umtassen am vollkommensten organisirt» Bei den Hufti^ieren kann, wo die adtractive Thätigkeit der vordem Ex- tremitäten auf Fortbewegung des Körpers gerichtet ist, dafi Erfassen nur durch festes Auftreten und möglichst tiefes Eingreifen in den Erdboden einiger- massen ersetzt werden , und wo durch dieselbe fremde Gegenstände dem Körper genähert werden sollen, kann die Extremität nur gleich einer Schaufel wir- kend den Gegenstand heranschieben. Bei Raub- thieren und Nagern werden die Beute oder sonstige Gegenstände schon crfasst, aber es vermag dies — 77 — nicht eine Exti'cmität allein, sondern es müssen die beiderseitigen Extremitäten einander entgegentretend zusammen wirken. Die Beutelthiere, Makis und Affen dagegen, deren Vorderextremitäten sich der Organisation der menschlichen Hände nähern, kön- nen schon massig grosse Gegenstände mit einer Ex- tremität umfassen, und zu sich heranziehen. Der Fuss ist nicht wie die Hand zum Erfassen organisirt; er besitzt statt dessen nur das Vermö- gen , sich dem betretenen Boden einigermassen anzu~ schmiegen 9 und dadurcli fester zu haften. Dies gilt für die Menschen sowohl wie für die Thiere; jedoch wird bei denjenigen unter letzteren, welche von der Natur angewiesen sind, auf unebenem und un- sicherem Boden sich zu bewegen, dieses Vermögen des Anschmiegens bis zum . Festhalten gesteigert, und es erhält dann der Fuss einige Aehnlichkeit mit der menschlichen Hand; so namentlich bei den Af- fen, die den grösstdn Theil ihres Lebens auf den Bäumen zubringen. Die mittelst der vordem Gliedmassen zu erfas- senden und heranzuziehenden Gegenstände müssen nothwendig «inen geringeren Widerstand leistenT^ also minder schwer sein als der Körper selbst, denn im entgegengesetzten Falle würde bei der Wirkung der Beugemuskeln nicht der fremde Gegenstand ge- gen den Körper, sondern umgekehrt dieser gegen jenen gezogen werden. Der Mensch selbst vermag durch die Arme nur dann das Gewicht seines eigc- — 78 — nen Körpers nach einem Anhaltspunkte hinzuzie- hen, wenn entweder die Füsso oder das UeUerge- wicht des Körpers zur Fortbewegung beitragen, oder wenn das Medium, in welchem der Körper sich befindet z. B. das Wasser ihm elneii Theil sei- nes Gewichtet benimmt, oder endlich wenn durch häufige Uebung die Beugemuskeln der Arme eine mehr als gewöhnliche Stärke erlangt haben. Im Allgemeinen steht gewiss fest, dass die obern Glied- massen nur leichtere Lasten fortxubewcgen bestimmt sind, als die des Körpers selbst. — Anders ver- hält es sich mit den untern Gliedmassen. Bei der Thätigkeit dieser ist in der Reg^l der thierische Körper selbst der zu bewegende, der Erdboden der feste Punkt; und wenn wir nun bedenken, dass der Körper häufig noch durch fremde Lasten beschwert durch die Füsse weiterbewegt wird, so ergiebt sich, dass die durch die Streckung der untern Extremi- täten zu überwindende Last in der Regel schwerer ist als der Körper selbst, dass mithin die untern Extremitäten durch grössere Kraft vor den obern ausgezeichnet sind. Dies gilt nun wohl am meisten für den Menschen , weniger für die Thiere , bei de- nen die Vorderextremitäten auch einen Theil der Körperlast xu tragen haben; indessen findet es sic|i doch auch hier bestätigt, und zwar um so mehr, je mehr die vordem Gliedmassen sum Erfassen orga- nitirt sind« — 79 — Der feste Punkt, von welchem altstos.senil wir unsern Körper durch die untern Kxtrciiii täten fort- bewegen, ist in der Regel der unter und hinter uns liegende Erdboden; dieäe Extremitäten bedür- fen daher zu ihrer Funktion hauptsächlich nur eine Richtung der Bewegung. Die durch die obern Ex- tremitäten heranzuziehenden Gcgenstäixle dagcs^cn sind theils an sich mannigfaltiger, theil» liegten sie in den verschiedensten? Ebenen; es müssen daher diese Extremitäten nach verschiedenen Richtungen hin wirken können, das heisst beweglicher sein. Diese grössere Bewjegliehkeit der obern oder vordem Extremitäten wird hauptsächlich durch das V^er- mögen zu erfassen bedingt, denn dieselbe wird bei den Thieren, welchen wie den Pachjdermen und Wiederkäuern dieses Vermögen abgeht, auf das minimum reducirt. Die Normalstellung der vordem Extremität bei allen auf vier Füssen gehenden Thieren ist die, bei welcher der Rücken der Hand nach vorn und oben, die Hohlhand nach unten und hinten gekehrt ist, eine Richtung, welche wir mit dem Namen Prona- tion belegen. In dieser Richtung verharrend wäre CS dem Thiere nur möglich, einen Gegenstand z. B. einen Stab zu erfassen, wenn derselbe sich in ho- rizontaler Lage befände; da nun aber viele zu er- fassende Gegenstände, wie z. B. die zu erkletternden Bäume, aufrecht stehen, so wird der Extremität eine Bewegung nöthig , bei welcher die Hand so ^*v 1» — 80 — gerichtet ist, ilnss andere wesentliche Verschiedenheit zeigt sich darin, dass sich der Radius halb um seine Axe drehen kann, wodurch, da die Hand seiner Bewegung fol- gen muss, die schon oben besprochene Pro- und Supination hervorgebracht werden; an dem Fusse dagegen solche Bewegung, welche der nothigen 0* — 84 — Festigkeit Abbruch thun würde, gar nicht stattfin- det, die Fibula fast ganz unbeweglich mit der Ti- bia verbunden ist, und nur ganz nach unten etwas von dieser abgedrängt werden kann, um vicHeieht der «erbrechenden Wirkung einer auf das Fussge- lenk seitlich auftreffenden Gewalt einigermassen nachzugeben. Gehen wir weiter abwärts, so treffen wir auf den sehr wesentlichen Unterschied, dass die mensch- liche Hand vom Vorderarme in gerader Richtung abgeht, der Fuss dagegen mit dem Schenkel in rech- tem Winkel steht, und nach hinten mit der soge- nannten Ferse stark hervorragt. Diese Einrichtung des Fusses dient wohl eines Theils dazu, dem gan- zen Körper einen hinreichenden Stützpunkt zu ge- ben ; sie ist aber ganz vorzüglich wohl bestimmt, die Hauptaction des Fusses, die Streckung niimlich, zu erleichtern und zu verstarken. Die Knochen die- nen bekanntlich bei der willkührlichen Bewegung als Hebel, und zwar in der Regel als solche, wel- che den Unterstützungspunkt an ihrem einen Ende haben d. h. als einarmige Hebel. Die Natur be- dient sich nun dieser meistens um «ine geschwinde und sehr ausgedehnte Bewegung hervorzubringen, und bringt deshalb die bewegende Kraft d. h. den Muskel ganz dicht an dem Unterstützungspunkte d. h. dem Gelenke an. Bei der Streckung des Fusses kommt es nun aber nicht sowohl auf eine schnelle, als auf eine kraftvolle, die Last des gan- — 85 - zen Körpers überwiegende Bewegung an, es mus« desiialb mit der bewegenden Kraft gespart werden, und dies geschieht dadurch, dass dieselbe möglichst weit von dem Unterstützungspunkte angebracht Avird. Nun könnten aber die Streckmuskeln des Fusses, da sie denselben abwärts zu ziehen haben, wenn die Fussknochen als einarmiger Hebel dienen sollten, nicht anders zu einem von dem Hypomochlium ent- fernt liegenden Punkte gelangen, als indem sie eine Strecke weit an der Fusssohle hin mit den Knochen parallel liefen ; dadurch würde aber nichts an Kraft gewonnen werden, da nur die senkrecht auf den Hebel auftrcft'ende Kraft von Bedeutung ist; deshalb bedient sich die Natur der Fussknochen als eines zweiarmigen Hebels, an dessen einem, al- lerdings kürzerem Arme , der Ferse nämlich, die be- wegende Kraft verhältnissmässig weit von dem Un- terstUtzungspunkto angebracht ist. Hieraus erken- nen Avir, dass an dem Fusse offenbar die Strek- kung schon durch den Knochenbau begünstigt wird, während an der menschlichen Hand für FiXtensioi. und Flexion gleichniUssig gesorgt ist. Von den Fusswurzelknochen dient nur ein ein- ziger zur Gelenkverbindung mit dem Unterschen- kel, von den Handwurzclknochen dagegen geht fast die ganze erste Reihe die Verbindung mit dem Vor- derarme ein. Offenbar muss eine Verbindung, bei welcher der Gelenkkopf nur durch einen Knochen dargestellt wird , mehr Festigkeit darbieten , als eine -- m — «oUhe , l)oi welcher dassellic i!iirch mehrere Knoclicn gcschiehf. Diese Festigkeit wird nun an «lern Fussc noch (furch den Umstand Itedeutend vermehrt, duss die untersten Enden der Tilua und Fibula als maU leolus internus und exterruis den Talus seitlich ganz fest umtchliessen, während die ihnen entsprechenden Processus st^loidci des Radius und der Uina fast gar nicht zur Gelenkhildung beitragen. So ist denn an dem Handgelenke nehen der IJeugung und Strek- kung auch eine Seitenbewegung, eine Adduction und Abduction gestattet, und es entsteht durch de- ren Vereinigi^ng ein freies Gelenk; an dem Fusse dagegen ist nur Extension und Ffexibti freigegeben, und wenn wir ausserdem im Stande sind, die Fuss- sohle etwas nach innen oder nach aussen zu kehren, so beruht dies nur auf geringer Verschiebung der Fusswurzetknochen untereinander. Von den Handwurzelknochen liegen je viere in einer Reihe neben einander, und da dieselben mit Ausnahme eines einzigeo mehr breft als lang lind, so muss nothwendig die ganze Handwurzel eine doppelt so grosse Breiten- als Längen- Ausdehnung haben. Da nun ferner diese einzelnen Knochen an ihrer untern, der vola manus zugekehrten Fläche etwas schmäler sind als an der Dorsalfläche, nnd da sich die in einer Reihe liegenden fast dureb^e- hends nur glatte Flilchen zukehren, so iMliftfhintt nicht allein die Handwurzel im Normalzustande eine Wölbung von der einen Seite zur andern, sondern - 87 - es kann auch dieselbe durch geringe Verschiebung der Handwurzelknochen bis zu dem sogenannten Hohluiachcn der Hand gesteigert werden, und es niuss dieses Hohlmachen um so stärker hervortre- ten können, je breiter die Handwurzel selbst ist. Ganz anders verhalt es sich mit den Fusswurzclknochen, denn von diesen liegen nur die vier vordersten ne- ben einander, die drei hinteren dagegen theils über, theils vor einander; auch sind sie sammtlich, vor- züglich aber die beiden hinteren, mehr lang als breit, und es erscheint deshalb die ganze Fusswurzel ver- hältnissmUssig schmal und in die Länge gezogen. — Wollten wir für die einzelnen Handwurzelknochen die homologen Fusswurzelknochen suchen, so wür- den wir das os naviculare des Fusses, weil es mit den drei ersten Knochen der zweiten Reihe in Be- rührung steht, dem gleichnamigen Knochen der Hand gleichsetzen, indem wir annehmen, dass das- selbe aus der Gelenkverbindung mit dem Unterschen- kel verdrängt, mehr nach vorn geschoben sei; das os lunatum würde dann sehr vergrössert dem Talui entsprech'en , und als solcher allein den Gelenkkopf für das Fussgelenk abgeben ; das os triquetrum würde, in die Länge gezogen und abwärts gedrückt, durch den Calcaneus dargestellt werden; und von dem OS pisiforme müssten wir annehmen, dass es mit dem hintern Theile des Fersenbeins verschmol- zen das tuber calcanei bilde, wie denn dasselbe bei allen vierfüssigen Thieren stark nach hinten her- — 88 — vorragt, und die Funktion der Ferse versieht. Die übrigen Handtvurzeiknoclicn würden nach Lage und Verbi^idung ganz den vier vorderen Fusswurzelkno- chen entsprechen. Was endlich die Mittelfuss- und Mittelhandkno- chen, und die Phalangen der Zehen und Finger be- trifft, so kann uns bei deren Vergicichung eine Verschiedenheit hinsichts des Ltingenverhiiltnisses nicht entgehen. An der menschlichen Hand bilden die Fingerglieder den längsten, die Handwurzel den kürzesten Theil, und die Mittelhand steht hinsichts der Länge zwischen beiden ; an dem Fusse dagegen steht an Länge die Fusswurzel oben an, dann folgt der Metatarsus, und die Zehenglicder nehmen die dritte Stelle ein. Da, wie wir schon oben erwähnt ha- ben, die Knochen der Extremitäten als Hebel die- nen, so muss, bei hinlänglicher Kraft, offenbar durch dieselben desto mehr effectuirt werden können, je länger sie sind; es muss also auch die verhältniss- mässige Länge der Fusswurzel und des Mittelfusses — die Zehen kommen hier nicht in Betracht, weil ■io keine genügende Steifigkeit haben — geeignet sein, der Streckung der untern Extremität mehr Erfolg zu geben; als Beleg dafür sehen wir, dasd bei Thieren, bei denen durch Streckung der hin- tern Extremitäten der Körper schnell und weit fort- bewegt werden soll, d. h. die zum Springen organi- sirt sind, die genannten Theile vorzugsweise lang sind. Bei der Hand dagegen, bei welcher es weui- — 89 — ger auf kräftige, alt auf schnelle Bewegung ankommt, wird letztere auch bei verhiiltnissmässiger Kürze der Handwurzel erzielt, und deshalb treten hier die Hauptwerkzeuge des Erfassens, die Finger, starker hervor; wir sehen daher auch an Thieren, dass je- mehr die vordere Extremität zum Erfassen bestimmt ist, desto mehr die Zehenglieder hervortreten, je- mehr dagegen dieselhe nur zum Gehen dienen, mit- hin eben das durch Beugung hervorbringen soll, was die hintre Extremität durch Streckung erzielt, desto mehr der Carpus und Metacarpus das Ueber- gewicht bekommen» Wenden wir nun unsern Blick auf die Musku- latur der Extremitäten, so bemerken wir zunächst, dass bei den untein Gliedmassen des Menschen die Streckmuskeln offenbar das Uebergewicht über die Beugemuskeln haben« Der m. rectus femoris, vas- tus externus und internus, cruralis und subcrurcu«, welche das Knie strecken, sind mindestens doppelt SU stark als der m. semitendinosus, semimemhrano- sus, biceps und popliteus, welche dasselbe beugen. Noch augenfälliger wird dies aber an dem Fusse: während die Fiexoren, der m. tibialis anticus und peronaeus tertius, ihre mindestens gleichstarken Antagonisten an dem m, tibialis posticus und pero- naeus iongus und brevis linden, kommen noch als Extensoren die starken Wadenmuskeln , der m. gas- trocnemius, soleus und plantaris hinzu, welche, wie erwähnt, dadurch ungemein an KraXt gewinnen. — 9() — dass sie sich durch den Fersenhöcker Verhältnisse massig weit von dem Gelenke ansetzen. Nicht lo überwiegend ist die Streckung bei den Zehenglie^ dern, welche sich überhaupt bei der Extension des ganzen Gliedes mehr indifferent verhalten; indessen muss es uns doch auch bei ihnen auffallen, dass es am Fusse ebenso xwei mm. extensores comniunes digitorum als ftexores giebt, wahrend an der Hand dem dreifachen flexor communis nur ein einfacher extensor entgegenwirkt. Was hier von dem Men- schen gesfigt ist, gilt zum Theil noch in höherem Grade auch von den Thieren, An den ehern Extremitäten dei Menschen sind zoförderst Beuger und Strecker des Vorderarms xiemlich gleich entwickelt, indem der m. biceps und brachialis internus durch den m. supinator ion- gU8 und Pronator teres unterstützt ihren Antagon- isten, den vier AnconUen, da« Gleichgewicht hal- ten; indessen ist nicht zu übersehen, dass bei In- «lividuen, die ihre Armmuskeln durch Uebung ge- stärkt haben, gerade die Beuger am kräftigsten hervortreten. Bei den Thieren aber finden wir die Beuger durchgehends stärker, so namentlich auch bei den Affen, bei denen dadurch der Oberarm ein zeitlich zusammengedrücktes, von vorne nach hin- ten breites Aussehn erhält. — An dem Handgelenke haben schon beim Menschen die Beuger ein offen- bares Uebergewicht, da der m. flexor carpi radia- lis und ulnaris den extensoribus radialibut et ulnari — 91 — schon gleich sind, aber den m. palmaris longiiH noch zu Hülfe bekommen, der das Eigpnthümliche hat, dass er aliein die Hand in ganz gerader Rich- tung flectirt; bei den Thieren wird nun aber das Uebergewicht der Beuger noch dadurch sehr ver- mehrt, dass bei ihnen das os pisiforme weit nach hinten tritt, und dem nu tlexor ulnaris auf gleiche Weise zu der von dem Gelenke entfernten Insertion dient, wie das tuber calcanei den Wadenmuskeln. — An den Fingern endlich ist hei Menschen wie hei Tiiieren die Beugung unbestreitbar vorherrschend, da einem einzigen nicht sehr starken m. extensor communis digitorum ein starker oberfliichlicher und ein eben solcher tiefer Flexor, und ausserdem noch die Lumbricalmuskeln entgegentreten. Sonach ist also auch au< der Muskulatur er- sichttich, dass bei den untern Extremitäten Strek- kung, bei den obern Beugung vorherrschend ist, und zwar letiteres bei Thf>ren in viel höherem Grade als beim Menschen, Gehen wir nun in der Vergleichung der Anord- nung der Muskeln an der obern und untern FiXtre- niitat des Menschen weiter, so f\nen machen die Knochen der Handwurzel aus, welche zur er- sten P.eihe zusammentreten, an diese schliesst sich die schon mehr in die Breite ausgedehnte zweite Reihe der Handwurzelknochen an ; von dieser end- lich gehen die Mittelhandknochen mit ihren Finger- gliedern divergirend nach vorn, indem namentlich der des Daumens seine Gelenkfläche nicht wie die grosse Zehe gerade nach vorne, sondern seitlich nach innen hat. So ist also eine strahlige Rich- tung in dem Knochenhaue der Hand zu erkennen. Diese Ausstrahlung ist nun noch deutlicher in der Muskulatur ausgesprochen, denn die von dem Arme her zu den Fingern gehenden Muskeln werden ftist ohne Ausnahme in der Mitte der Handwurzel zu- sammengehalten, um von da aus zu den zugehöri- gen Fingern hinzulaufen, ja sogar die in der Hand selbit entspringenden kurzen Muskeln des Daumens und des kleinen Finger» nehmen ihren Ursprung grössten Theils von diesem Punkte, namentlich von dem ligamentum carpi volare proprium, und gehen von diesem divergirend ab» An dem Fusse dagegen behalten auch die Muskeln die parallele Richtung bei, welche an der Extremität vorherrschend ist, denn die zu den Zehen gehenden langen Muskeln gelangen nicht unter oder über, sondern neben den Fusswurzelknochen der ersten Reihe hinirehend zu dem Orte ihtcr Bestimmung, und die kurzen Mus- keln entspringen nicht sowohl aus der Mitte, als — 94 — vielmehr von kelt ist, l 3. das Vermögen, zu unifassen geringer ist, 4. das Opponiren des Daumens weniger bedeu- tend, und — 10.^ — 5. die iell)8t8titn(lige Beweglichkeit der einzelnen '* ? Finger beschränkter ist. Es Hesse sich nun wohl noch nachweisen, dass die menschliche Hand auch als Tastorgan den Vor- rang vpr der des Affen einnimmt; indessen genügt ..j#Äi0n das Gesagte um zu beweisen: dass sowohl -* die vordem als die hintern sogenannten Hiinde * der Affen diese Benennung nicht verdienen, son- dern nichts anderes sind, als zum Erfassen massig dicker Gegenstande, namentlich der Baumäste, or- ganisirt^ Füsse» 9 « £. Bnrdacli. »t.-^